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Brasilien: Rezession hilft Regenwald

Die Rodungen im brasilianischen Amazonasgebiet sind wieder rückläufig. Zwischen Juli 2016 und Juli 2017 wurde 16 Prozent weniger Regenwald abgeholzt als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor, wie Brasiliens Umweltministerium in dieser Woche mitteilte. Es ist der erste Rückgang seit drei Jahren. Davor war die Abholzung sprunghaft angestiegen. Zwischen August 2015 und Juli 2016 wurden knapp 8.000 Quadratkilometer brasilianischer Regenwald vernichtet. Das war ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 75 Prozent mehr als 2012. Damals hatte die Entwaldung einen historischen Tiefstand erreicht.

BildDie 520 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald speichern 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Zumindest bisher. (Foto: Neil Palmer/CIAT/CIFOR/Flickr)

Für den nun gemessenen Rückgang der Entwaldung macht Umweltminister José Sarney Filho einen verbesserten Waldschutz verantwortlich. Fortschritte beim Monitoring hätten es ermöglicht, schneller einzugreifen, wenn Bäume illegal abgeholzt werden, sagte der Minister von den brasilianischen Grünen.

Unabhängige Beobachter sehen das anders. Der Grund sei die wirtschaftliche Krise, in der Brasilien seit rund zwei Jahren steckt, sagte Paulo Barreto von der Umweltorganisation Imazon. Auch dass die Preise für Nutztiere gefallen sind, spiele eine Rolle, weil es sich nun weniger lohnt, Flächen zu roden, um darauf Tiere zu halten. Die Rinderhaltung ist einer der Hauptverantwortlichen für die Entwaldung.

Bislang hat sich die liberal-konservative Übergangsregierung von Präsident Michel Temer nicht als große Naturschützerin hervorgetan. Amazonas-Schutzgebiete wurden verkleinert, der Umwelt-Etat wurde auf die Hälfte zusammengestrichen. Temer wollte sogar den Schutzstatus eines riesigen Gebietes im Amazonas-Regenwald per Dekret aufheben, um die Wirtschaft anzukurbeln und "Investoren anzulocken". Das blieb vorerst erfolglos.

klimaretter.info/vk

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