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Portugal erlebt verheerenden Waldbrand

Im portugiesischen Distrikt Leiria im Zentrum des Landes ist am gestrigen Samstagnachmittag der schlimmste Waldbrand seit Jahrzehnten ausgebrochen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Lusa soeben mitteilte, ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 57 gestiegen. Es wird befürchtet, dass die Zahl noch weiter zunimmt. Feuerwehr und Rettungskräfte haben den Brand bislang nicht unter Kontrolle. Die EU hat Portugal Hilfe zugesagt.

BildKlimaforscher warnen seit Langem vor der steigenden Gefahr verheerender Waldbrände. Südeuropa gehört zu den besonders betroffenen Regionen. (Foto: Daniel Stark/​Flickr)

Nach Medienberichten ist die Lage vor Ort "sehr besorgniserregend". Am schwersten betroffen ist die Gegend um Pedrógão Grande, eine Kleinstadt knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa sprach von einer "beispiellosen Situation". Ministerpräsident António Costa zeigte sich "vom Ausmaß der Tragödie schockiert". Einige Dörfer seien von den Flammen völlig eingekesselt, hieß es. Viele Menschen verbrannten in ihren Autos, als sie vor dem Brand fliehen wollten und dabei vom Feuer eingeschlossen wurden.

Warum das Feuer gestern gegen 14 Uhr Ortszeit ausbrach, ist bislang unklar. Wie der Zivilschutz mitteilte, gab es an diesem Wochenende noch elf weitere Waldbrände in Portugal. Grund sei eine für die Jahreszeit ungewöhnlich starke Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Schon lange warnen Forscher, dass die Gefahr von Waldbränden mit der zunehmenden Erderwärmung weltweit steigen wird. Der europäische Mittelmeerraum gehört dabei zu den besonders betroffenen Gebieten. Laut einer im März veröffentlichten Studie der Universität Barcelona gibt es einen "statistisch signikanten Zusammenhang zwischen Bränden und Sommer-Dürren".

Im Februar hatte ein Forscherteam aus den USA und Australien mehr als 23 Millionen Waldbrände ausgewertet, die zwischen 2002 und 2013 aufgetreten waren. Ergebnis der Untersuchung: Mit zunehmendem Klimawandel nimmt auch die Zahl extremer Brände zu. Die Bedrohungen für Mensch und Umwelt vervielfältigen sich, der ökonomische Schaden wird größer.

Aktualisierung um 17 Uhr: Die Zahl der Toten ist laut Nachrichtenagentur Lusa inzwischen auf 62 gestiegen. Portugals Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Die Ursache des Brandes steht nun fest: Nach Angaben der Behörden war es ein Blitzschlag während eines sogenannten Trockengewitters. Das bedeutet: Die Luft ist so heiß, dass der Regen verdunstet, ehe er den Boden erreicht.

klimaretter.info/vk

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