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UN-Konferenz: Mehr Schutz für die Meere

Mit einer Abschlusserklärung, der die 193 UN-Mitgliedsstaaten zustimmten, ist am Freitagabend die fünftägige Meereskonferenz in New York zu Ende gegangen. In der sechsseitigen Erklärung verpflichten sich die Länder, die Ozeane zu bewahren und nachhaltig zu nutzen. Außerdem gaben die Staaten laut Konferenzleitung mehr als 1.300 freiwillige Selbstverpflichtungen (commitment to action) für Meeresschutzprojekte ab.

BildLebensraum Ozean: Die Vereinten Nationen wollen die ökologische Entwertung der Meeresgebiete wenigstens aufhalten. (Foto: M. A. Clarke/​Leimenide/​Wikimedia Commons)

Die Ergebnisse werden von den Veranstaltern als "Durchbruch" gewertet. Die Konferenz habe "unser Verhältnis zu den Ozeanen verändert", erklärte der Präsident der UN-Generalversammlung Peter Thomson. Jetzt könne keiner mehr sagen, dass er "von dem Schaden, den die Menschheit den Ozeanen angetan hat, nichts wusste". Nun werde, so Thompson, weltweit daran gearbeitet, eine ausgewogene Beziehung zu den Ozeanen wiederherzustellen.

Im Rahmen von Handlungsaufforderungen (call for action) sollen die Staaten unter anderem zusagen, mit langfristigen und wirksamen Strategien den Einsatz von Kunststoffen und Mikroplastik zu reduzieren, etwa für Plastikbeutel oder Wegwerfprodukte. Desweiteren sollen Maßnahmen gegen die Versauerung der Ozeane, den Anstieg des Meerespiegels und steigende Wassertemperaturen ergriffen werden sowie gegen die anderen Schäden, die der Klimawandel in den Ozeanen hervorruft. Darüber hinaus seien Ökosysteme wie Mangrovenwälder, Watt- und Seegrasgebiete und Korallenriffe besser zu schützen sowie Überfischung und illegaler Fischfang einzudämmen. Werden die gegebenen Verpflichtungen eingehalten, könnten im Jahr 2020 mehr als zehn Prozent der Meeresgebiete geschützt sein, heißt es in der Erklärung.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hätte sich, wie sie erklärte, einen "weitgehenderen Handlungsaufruf gewünscht". Das Abgeben von Absichtserklärungen und das Bekräftigen bereits getroffener Vereinbarungen reichten nicht aus. Dennoch stehe Deutschland hinter dem Ergebnis. "Es ist völlig klar, dass nicht alle Länder die gleiche Geschwindigkeit gehen können. An manchen Stellen werden große Schritte möglich sein, an anderen müssen wir mit kleineren vorangehen", sagte Hendricks.

Große Umweltorganisationen begrüßten das Stattfinden der Konferenz als Erfolg. "Meeresschutz geht alle an und muss von allen angepackt werden", sagte Heike Vesper, Meeresschutz-Leiterin beim WWF Deutschland. Auch sie kritisierte jedoch, dass die Abschlusserklärung eher bisherige Beschlüsse bekräftigt, als neue Impulse zu setzen. Noch zeichne sich der nötige Fahrplan zum Schutz der Meere nicht ab, so Vesper. "Wir brauchen mehr politischen Ehrgeiz, um die Meere zu retten."

klimaretter.info/jst

[Erklärung]  
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