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Deutschland verfehlt seine Umweltziele

Zum Weltumwelttag am heutigen 5. Juni hat das Umweltbundesamt (UBA) seinen Bericht "Daten zur Umwelt 2017" vorgelegt. Die Behörde sieht in den Ergebnissen ein "gemischtes Bild" des Umweltzustands in Deutschland." Als besonders kritisch hebt das UBA den Stillstand im Verkehrssektor hervor. Hier lägen die Treibhausgas-Emissionen inzwischen sogar leicht über dem Niveau von 1990. "Neben der Energiewende brauchen wir endlich eine Verkehrswende", forderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen seien durch den Trend zu größeren Fahrzeugen und das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft.

BildDie aktuellen Umweltdaten zeigen: Die deutsche Politik muss viel mehr mehr tun, um die Umwelt zu bewahren. (Foto: 955169/​Pixabay)

Der Bericht "Daten zur Umwelt" bewertet anhand von 50 Indikatoren alle zwei Jahre den Umweltzustand in Deutschland. In den Sektoren, in denen die Bundesrepublik sich politische Ziele gegeben hat, weist der Bericht aus, ob sie dabei ist, diese Ziele zu erreichen.

Die Bilanz: Von 32 ausgewerteten politischen Zielen stuft das UBA dem aktuellen Trend nach gerade einmal sieben als erreichbar ein. Als besonders kritisch markiert die Behörde den voranschreitenden Verlust der Artenvielfalt, die Belastung von Flüssen mit Phosphor, die Zunahme von Müll in der Nordsee, die Nitratkonzentration im Grundwasser sowie den sehr geringen Anteil ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Flächen.

Auch im Energiesektor ist Deutschland zum Teil weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt. So soll der Primärenergieverbrauch gegenüber 2008 bis 2020 eigentlich um 20 Prozent sinken, geschafft sind ganze 6,9 Prozent. Das entspricht einem jährlichen Rückgang des Verbrauchs um 0,9 Prozent. Um das Ziel noch zu erreichen, muss der Energieverbrauch ab sofort jährlich um 3,7 Prozent sinken. Hierfür müssten in den kommenden Jahren "verstärkte Anstrengungen unternommen werden", so das UBA. Defizite gibt es auch bei der Energieeffizienz. Sie soll eigentlich um 2,1 Prozent pro Jahr gesteigert werden, derzeit sind es aber nur 1,3 Prozent.

Ebenfalls verfehlt zu werden drohen die Treibhausgas-Minderungsziele. Von 1990 bis 2016 sind die Emissionen um 27,6 Prozent gesunken. Geplant ist eine Senkung von 40 Prozent bis 2020. Das Umweltbundesamt forderte die Bundesregierung auf, das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und den Klimaschutzplan 2050 "nachdrücklich" zu verfolgen.

klimaretter.info/em

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