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Korallensterben: Nur Klimaschutz hilft

Angesichts der anhaltenden weltweiten Korallenbleiche haben Wissenschaftler erneut auf die große Gefährdung der Korallenriffe durch den voranschreitenden Klimawandel hingewiesen. Die Widerstandsfähigkeit des Great-Barrier-Riffs vor Nordost-Australien nehme derzeit rapide ab, schreiben die Forscher in einer im Fachmagazin Nature erschienenen Studie. Um das Riff zu retten, reichten Maßnahmen wie Fischfangverbote oder eine Verbesserung der Wasserqualität nicht aus. Dies könne nur noch durch den engagierten Kampf gegen den Klimawandel und die Erfüllung des Pariser Klimaabkommens gelingen.

BildGebleichte Korallen: Wenn sie sich nicht erholen, sterben sie ab. (Foto: Acropora/Wikimedia Commons)

In ihrer Studie haben die Wissenschaftler den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Bleichereignisse untersucht. Die Daten zeigen den dominanten Einfluss der Temperatur auf die Bleichen. Wasserqualität und Fischfang haben dagegen nur einen minimalen Effekt, sind allerdings entscheidend für die langfristige Erholung der Riffe. "Die globale Erwärmung stellt die größte Gefahr für das Riff dar", sagte Studien-Mitautor David Wachenfeld von der Great Barrier Reef Marine Park Authority. "Die Korallenbleiche von 2016 macht den dringenden Handlungsbedarf im Kampf gegen den Klimawandel deutlich, so wie es die politischen Entscheider im Paris-Abkommen beschlossen haben."

Im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler weltweit eine dramatische Korallenbleiche gemeldet. Am Great-Barrier-Riff hatte sich das Oberflächenwasser so stark erwärmt wie nie zuvor. Nur sieben Prozent des 2.300 Kilometer langen Riffs waren noch unbeschädigt. "Dieses Ausmaß der Bleiche haben wir nie zuvor erlebt", berichtete damals der Korallenexperte Terry Hughes von der James Cook University im australischen Bundesstaat Queensland. "Am nördlichen Ende des Riffs sieht es aus, als hätten es zehn Zyklone gleichzeitig getroffen."

In den kommenden Wochen wollen Wissenschaftler und Riff-Experten aus zehn verschiedenen Forschungseinrichtungen erneut das Great-Barrier-Riff untersuchen. "Wir hoffen, dass sich die Temperaturen in den nächsten zwei bis drei Wochen abkühlen", sagte Hughes. "Die Bleiche im vergangenen Sommer war die dritte nach den extremen Hitzewellen 1998 und 2002. Nun bereiten wir uns auf eine mögliche vierte Bleiche vor." Das würde dem Riff die Möglichkeit nehmen, sich zwischenzeitlich zu erholen; die Schäden könnten sich weiter verschlimmern.

klimaretter.info/em

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