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Extremwetter ließ Mangroven sterben

Extreme Wetterbedingungen waren die Ursache für das beispiellose Mangrovensterben im Norden Australiens im vergangenen Jahr. "Im Grunde sind sie verdurstet", sagte der Mangroven-Experte Norman Duke von der James Cook University in Townsville, der Luft- und Satellitenaufnahmen sowie Wetterdaten ab 1972 ausgewertet hat, um den Grund für das Absterben der Gezeitenwälder herauszufinden. Die Ergebnisse der Untersuchung sind am Dienstag in dem Fachmagazin Journal of Marine and Freshwater Research erschienen

BildKinderstube und Kohlenstoffspeicher zugleich: Mangroven sind ein einzigartiges Ökosystem im Salzwasser. (Foto: Konstanze Staud)

Anfang 2016 waren am Golf von Carpentaria auf rund 1.000 Kilometern Küste 7.400 Hektar Mangroven abgestorben. Drei Faktoren führten schließlich zu dem massiven Niedergang. "Ab 2011 fielen an der Küste weniger Niederschläge als im Durchschnitt und die Dürre 2015/2016 war besonders stark", sagte Duke. Zudem erreichten die Temperaturen in der Region ein Rekordniveau. Schließlich habe der besonders heftige El Niño den Meeresspiegel um 20 Zentimeter sinken lassen, so Duke. Es dauerte mehrere Monate, bis der Niedergang der salztoleranten Küstenwälder bemerkt wurde, weil das Gebiet dünn besiedelt ist.

Duke bezeichnete das Mangroven-Sterben als Weckruf. Es brauche ein nationales Überwachungsprogramm für die Küsten. Indigene Ranger und örtliche Freiwillige sollten für die Beobachtung der Mangroven ausgebildet werden. Die Küstenwälder seien wie die Korallenriffe besonders anfällig gegenüber Extremwetter und den Auswirkungen des Klimawandels. 

Rund sieben Prozent der Mangroven weltweit wachsen in Australien. Mangrovenwälder sind an tropischen und subtropischen Küsten beheimatet und bilden ein sensibles Ökosystem zwischen Wasser und Land. Die salztoleranten Pflanzen stabilisieren Küsten, weil sie der Erosion entgegenwirken und vor Überschwemmungen schützen. Zugleich speichern sie enorme Mengen CO2 und bieten zahlreichen Lebewesen Zuflucht.

klimaretter.info/kir

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