Der Wiesenpieper wird verdrängt

Mehrere Vogelarten sind in Großbritannien aus ihren angestammten Regionen verschwunden, etwa der Wiesenpieper, die Weidenmeise und der Fitis. Der Grund: Es ist dort zu warm geworden. Das allein reicht allerdings nicht aus, um die Tiere zu verdrängen. Hätten sie mehr Lebensraum, könnten sie sich anpassen – in Regionen mit viel konventioneller Landwirtschaft geht das aber kaum. Das ist Ergebnis einer neuen Studie der Universität Reading bei London, die im Fachmagazin Global Change Biology erschienen ist.

BildDer Wiesenpieper hat es lieber etwas kühler. Das gereicht ihm jetzt zum Nachteil. (Foto: Frebeck/Wikimedia Commons)

Die Forscher haben die Populationsbewegungen bei mehreren Schmetterlings- und Vogelarten verglichen. Es erwies sich, dass die Schmetterlinge bei der Anpassung an wärmere Temperaturen kaum Probleme hatten. Anders die Vögel, besonders solche, die ohnehin kühlere Temperaturen bevorzugen: Sie brauchen zum Leben mehr Fläche sowie genügend Ecken, in denen sie bei Hitze Schutz finden können. Genau daran fehlt es aber in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft.

Leitautor Tom Oliver von der Uni Reading ist sich sicher, dass damit die Folgen des Klimawandels sichtbar werden. "Das ist ganz deutlich die Handschrift des Klimawandels, der unsere Tierwelt beeinflusst, auch wenn die Bewirtschaftung der Natur das Problem verschärft", sagte Oliver. "Unseren Vogelpopulationen fällt es schwer, sich an die Erwärmung anzupassen, die wir seit Jahrzehnten erleben."

Im Jahr 2015 hatte eine Studie des US-Ökologen Mark Urban für Furore gesorgt, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Demnach ist jede sechste Art vom Aussterben bedroht, falls es zu einer globalen Erwärmung von vier Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau kommt. Davon ist derzeit schon ein Grad erreicht. Auch das hochgelobte Pariser Klimaabkommen reicht nicht aus, um die Erwärmung unter der angestrebten Zwei-Grad-Grenze zu halten. Die Schätzungen dazu gehen auseinander, liegen aber – wenn die Ziele vollständig erreicht werden – zwischen 2,7 und 3,5 Grad. 

klimaretter.info/scz

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