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2016: Temperaturen brechen Rekorde

Was die Weltmeteorologieorganisation WMO schon im November verkündete, bestätigt nun auch die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA: Die globale Mitteltemperatur erreichte dieses Jahr erneut Rekordwerte. 2016 wird weltweit das heißeste Jahr seit 1880 werden. Dabei überbieten die diesjährigen Temperaturen noch die Rekordwerte aus den Vorjahren 2014 und 2015.

BildDie Klimaspirale zeigt's eindrücklich: Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, bleibt nicht mehr viel Zeit. (Animation: Ed Hawkins)

Zwischen Januar und November lagen die Durchschnittstemperaturen über 0,94 Grad über dem Mittelwert der ersten elf Kalendermonate für das 20. Jahrhundert. Verstärkt wurde der Trend noch durch das ungewöhnlich starke Wetterphänomen El Niño. Auch die einzelnen Monate lieferten Rekordtemperaturen: Von Januar über Februar, März, April, Mai, Juni und Juli bis August war jeder einzelne Monat der wärmste seit Beginn der flächendeckenden Messungen 1880.

In Deutschland war der Trend weniger ausgeprägt: Die mittleren Temperaturen lagen in den einzelnen Monate nur leicht über den vieljährigen Mittelwerten. Lediglich der September erreichte mit einer spätsommerlichen Hitzewelle den bisherigen Rekordwert aus dem September 2006. "Die mittlere Temperaturabweichung war 2016 für Deutschland im Gegensatz zur globalen Entwicklung nicht besonders auffällig", sagte der Vizechef des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker. Es müsse aber an die Flutereignisse im Frühsommer erinnert werden, die einen Vorgeschmack auf die befürchtete Zunahme von Extremereignissen in einer zukünftigen wärmeren Welt bieten.

"Beispiellos" ist dagegen die Entwicklung in der Arktis: An mindestens fünf Messstellen wurden im November Plusgrade und damit bis zu 20 Grad mehr als sonst in dieser Jahreszeit üblich gemessen. Die langjährigen November-Temperaturen liegen bei minus 18 bis minus 19 Grad. Die Ausdehnung des Arktiseises erreichte mit 8,8 Millionen Quadratkilometern den niedrigsten Novemberwert seit 1979. Der Wert liegt rund 757.000 Quadratkilometer unter dem bisherigen November-Minimum von 2012, eine Fläche etwa von der Größe der Türkei. Die Wärme-Welle über der Arktis hält weiterhin an und beunruhigt Klimaforscher weltweit.

Das Deutsche Klima-Konsortium, die Vertretung der hiesigen Klimaforschungsinstitute, drängt deshalb auf strengeren Klimaschutz. Nur Maßnahmen, die zu einer deutlichen und anhaltenden Reduzierung des Anstiegs der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre führen, könnten diesen Trend stoppen oder zumindest mindern.

klimaretter.info/kir

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