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EU klagt gegen deutsche Gülle

Die EU-Kommission hat jetzt beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen Deutschland wegen anhaltender Gewässerverunreinigungen durch Nitrat eingereicht. Umweltorganisationen wie Greenpeace, Nabu, WWF, Germanwatch und der Umwelt-Dachverband DNR befürworten die Klage und fordern Schritte zur Reduzierung der Stickstoffeinträge. 

BildIm kleinen Rahmen unproblematisch, in der Summe jedoch fatal: Stickstoffeintrag in die Umwelt durch Gülle. (Foto: Schulze von Glaßer)

"Grundwasser ist unser wichtigstes Nahrungsmittel. Seit Monaten verschleppt das Bundeslandwirtschaftsministerium wirksame Maßnahmen gegen steigende Nitratwerte infolge von Überdüngung. Für die Untätigkeit des Ministeriums gibt es nun die Quittung", heißt es in einer Erklärung der Umweltorganisationen. Im schlimmsten Falle komme deshalb auf die Steuerzahler eine doppelte Belastung zu: durch steigende Wasserkosten für eine aufwändigere Trinkwasseraufbereitung sowie durch Strafzahlungen an die EU.

Reinhild Benning von Germanwatch forderte ein verbessertes Düngerecht mit strengeren Gesetzen für den Wasserschutz. "Der Nitratverseuchung durch zu viel Gülle muss nun endlich Einhalt geboten werden", so die Agrarexpertin. Ein besseres Düngerecht trage außer zum Wasserschutz auch zum Klimaschutz bei. "Die Emissionen von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft würden dadurch verringert."

Umweltverbände weisen seit Jahren auf Defizite der Düngegesetzgebung hin. Das Ziel, den Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft auf ein umweltverträgliches Maß zurückzuführen, wurde bislang nicht erreicht. In vielen Regionen ist der Stickstoffüberschuss in den letzten Jahren infolge des Booms bei Massentierhaltung und Biogasanlagen sogar deutlich angestiegen.

Werden zu viel Gülle und Mineraldünger ausgebracht, entstehen mit Lachgas und Methan hochwirksame Treibhausgase. Ohne ein Zurückfahren der Düngung und letztlich auch eine Reduzierung des Tierbestandes wird die Landwirtschaft ihren Minderungsbeitrag nicht leisten können, sind sich Klimaexperten einig.

klimaretter.info/ogro

[Erklärung]  
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