Peking bekommt Smog nicht in den Griff

Um die extreme Luftverschmutzung im Stadtgebiet zu bekämpfen, will die Stadt Peking den Kohleverbrauch in diesem Jahr um 500.000 Tonnen reduzieren. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am heutigen Samstag. Zu dem Maßnahmepaket gehört auch die Schließung von 2.500 kleinen Unternehmen in den kommenden zwei Jahren, etwa Restaurants, Hotels, Werkstätten und Badehäuser, die nach amtlicher Darstellung durch die Verfeuerung von Kohle zur schlechten Luftqualität beitragen.

BildKeuch! Peking greift durch. Sagen die Stadtoberen. (Foto: Fredrik Rubensson/Flickr)

Zudem will die Stadtverwaltung laut Xinhua bis 2017 zunächst in den sechs Innenstadtbezirken den Wechsel von Kohle zu "sauberer Energie" fördern. Betroffen wären 600.000 Haushalte. Bis 2020 sollen sämtliche Kohleöfen in der Stadt ausgetauscht sein.

Die Luftverschmutzung in China gehört zu den schlimmsten weltweit. Zwei Drittel seiner Energie bezieht das Land aus der Verbrennung von Kohle. Zwar hat China kürzlich einen Stopp beim Ausbau seiner Kohleförderung beschlossen. Doch damit wird der Kohleanteil im Energiemix lediglich von jetzt 64,4 Prozent auf 62,6 Prozent gesenkt. Die Feinstaubbelastung vor allem in den Städten geht bis an die Grenze des Erträglichen. In der chinesischen Hauptstadt wurden schon Werte von über 800 Mikrogramm Feinstaub gemessen. Während in der EU Werte bis 25 Mikrogramm als unbedenklich gelten, liegt die Grenze in China bei 75 Mikrogramm. Ein chinesischer Dokumentarfilm über den Smog im Land wurde letztes Jahr schon in den ersten 24 Stunden mehr als 155 Millionen Mal im Internet aufgerufen.

Zwar hat die chinesische Führung unter dem neuen Präsidenten Xi Jinping die Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung deutlich verstärkt. Sämtliche Kommunen sind nun verpflichtet, stündlich die Luftwerte zu veröffentlichen. Zudem legte Peking für das gesamte Land konkrete Klimaschutzziele fest, an die sich jede Provinzregierung zu halten hat. In der Folge mussten landesweit Tausende von Stahlöfen, Kohlekraftwerken und Industrieanlagen dichtmachen. In Peking gab es zeitweilig Fahrverbote, Auto-Neuzulassungen wurden beschränkt. Bislang haben die Maßnahmen jedoch nicht ausgereicht.

klimaretter.info/vk

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