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Smog verhindert Silvesterfeuerwerk

In vielen italienischen Städten wird es heute Nacht kein Silvesterfeuerwerk geben. Rom, Mailand, Turin und Venedig verhängten Verbote, zahlreiche andere Gemeinden sprachen Einschränkungen der Knallerei aus. Grund ist die anhaltend hohe Feinstaubkonzentration. Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen "explosionsartig" an, warnen Experten. Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht.

BildNicht in Bella Italia dieses Jahr. (Foto: polizeinews.ch)

In den vergangenen Tagen haben Italiens Großstädte bereits Fahrverbote verhängt. Allerdings ohne Erfolg: Die Feinstaubbelastung ist unverändert hoch. Warmes und windarmes Wetter sorgt dafür, dass sich der Smog nicht auflöst.

Gestern kam Umweltminister Gian Luca Galletti mit Vertretern von Regionen und Kommunen zu einer Krisensitzung zusammen. Beschlossen wurde ein Notfallplan gegen die hohe Smogbelastung in den Städten. Galletti will sofort zwölf Millionen Euro zur Verfügung stellen, damit die Kommunen den öffentlichen Nahverkehr mit Rabatten fördern und Einrichtungen wie Carsharing ausbauen können. Zudem soll in den Stadtzentren ein Tempolimit von 20 Kilometern in der Stunde gelten.

In Deutschland verpulvern die Bundesbürger jedes Jahr 100 bis 200 Millionen Euro mit Silvesterfeuerwerk. Laut Umweltbundesamt werden so rund 4.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Diese Menge entspreche 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge, so die Behörde.

Nicht nur für die Gesundheit ist Feinstaub eine Belastung, sondern auch für das Klima. Rußpartikel gelten als fast genauso großes Klimaproblem wie CO2. Sie entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von Dieselkraftstoffen, aber auch in Kraftwerken oder bei offenem Feuer. Die Partikel, die auch black carbon genannt werden, beschleunigen das Schmelzen von Gletschern: Sie setzen sich auf dem Eis ab, welches dann mehr Sonnenstrahlen absorbiert.

klimaretter.info/vk

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