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Indonesien: Waldbrände kosten Milliarden

Die verheerenden Waldbrände in Indonesien kosten das südostasiatische Land umgerechnet rund 14 Milliarden Euro. Das rechnet die Weltbank in ihrem Quartalsbericht für Indonesien vor, der jetzt erschienen ist. Die Summe entspricht zwei Prozent des geschätzten Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr. In die Berechnungen der Weltbank flossen neben den Schätzungen für negative Auswirkungen auf Wälder und Landwirtschaft auch die wirtschaftlichen Schäden durch Krankheiten ein.

BildNach den Brandrodungen entstehen häufig Plantagen für Palmöl oder Papier auf den frei gewordenen Flächen (Foto: Aidenvironment/Wikimedia Commons)

Zum Vergleich: Die Kosten für den Wiederaufbau nach den schweren Schäden, die der Tsunami im Jahr 2004 in der nordwestlichen indonesischen Provinz Aceh verursacht hatte, sollen sich laut Bericht auf weniger als sieben Milliarden Euro belaufen. Die Kosten der Waldbrände werden zumeist aus öffentlichen Geldern beglichen. Demgegenüber sollen etwa acht Milliarden Euro an Gewinnen der Privatwirtschaft stehen, schätzt die Weltbank zugleich – zumindest, wenn alle entstandenen Flächen für den Anbau von Palmöl verwendet würden.

Der Hintergrund: Viele der etwa hunderttausend Feuerherde wurden wissentlich gelegt und gerieten dann wegen extremer Trockenheit außer Kontrolle. Obwohl eigentlich verboten, gelten Brandrodungen in Indonesien noch immer als das billigste und einfachste Mittel, um Freiflächen für neue Plantagen für die Palmöl- oder Papierindustrie zu schaffen. Besonders betroffen sind die waldreichen Gebiete der Inseln Sumatra und Kalimantan – dem indonesischen Teil von Borneo. Insgesamt sind zwischen Juni und Oktober dieses Jahres nach Angaben der Weltbank, 2,6 Millionen Hektar Wald und Agrarland verbrannt worden.

Auch auf das Klima haben die Waldbrände schwere Auswirkungen. Allein bis zum Oktober sollen rund eine Milliarde Tonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen worden sein. Das ist mehr, als die Bundesrepublik in einem Jahr ausstößt. Errechnet hatte das der Forschungsleiter der Universität Amsterdam, Guido van der Werf.

klimaretter.info/as

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