Windräder müssen sich anpassen

Damit weniger Fledermäuse und Vögel durch Windkraftanlagen sterben, müssen die Warnsysteme an den Standort angepasst werden. Das zeigt eine zweijährige Studie für das schweizerische Bundesamt für Energie, die Chiropterologen und Ornithologen an der Windkraftanlage Calandawind durchführten. An dem Windrad im ostschweizerischen Haldenstein bei Chur ist ein entsprechendes Überwachungssystem montiert. Laut Studie verbessert sich die Wirksamkeit solcher Systeme, wenn die Position von Kameras und Mikrofonen zur Erkennung der Fledermäuse und Vögel vom Hersteller gemeinsam mit lokalen Ornithologen und Fledermausexperten festgelegt wird.

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Computerprogramme zum Schutz von Tieren an Windrädern sind längst Standard, aber sie müssen an den Standort angepasst werden. (Foto: Otto Schäfer; Montage: Anita Billes)

Computerprogramme, die vorbeifliegende Tiere schützen sollen, sind für Windkraftanlagen längst Standard. Sie erkennen Vögel und Fledermäuse. Akustische Signale sollen vor allem Vögel fernhalten. Schwärmen Fledermäuse in der Nähe von Windkraftanlagen aus, werden die Anlagen meist komplett angehalten. Auch in Haldenstein wird die Turbine der Windkraftanlage, die bislang die größte in der Schweiz ist, von März bis Oktober unter bestimmten meteorologischen Bedingungen nachts gestoppt, um den Tod von Fledermäusen zu vermeiden.

Im Verlauf der Studie zeigte sich auch, dass Großvögel die Windkraftanlage meiden, meistens umflogen sie das Windrad in einem Abstand von 100 Metern. Ein akustisches Signal hatte abschreckende Wirkung, wenn die Vögel zu nahe an das Windrad heranflogen. Allerdings war das Erkennungssystem auf größe Vögel ausgerichtet. Kleinvögel wurden nicht berücksichtigt, da es den Studienautoren zufolge derzeit noch nicht möglich ist, alle Vogelarten jederzeit zu schützen.

klimaretter.info/kir

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