US-Behörde unterschätzt Methan-Emissionen

Fracking ist deutlich klimaschädlicher als bislang angenommen. Wie neue Studien zeigen, werden bei dem umstrittenen Verfahren zur Förderung von sogenanntem unkonventionellen Gas und Öl 50 Prozent mehr Methan freigesetzt, als die US-Umweltbehörde EPA in ihren Treibhausgasbilanzen vermerkt. Methan ist rund 30-mal so klimawirksam wie Kohlendioxid. Die Studien, die von der Umweltorganisation Environmental Defense Fund (EDF) initiiert wurden, sind jetzt im Fachmagazin Environmental Science & Technology veröffentlicht worden.

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In Texas ist unter den Nachbarn vermutlich auch ein Frackingturm. (Foto: Christopher St. John/Flickr)

Beteiligt an den insgesamt elf Studien zur Klimabelastung durch Fracking waren Wissenschaftler von 20 Universitäten und privaten Forschungsinstituten. Sie untersuchten die Situation in der Fracking-Hochburg Barnett Shale in Texas. Die Region nahe Dallas ist das größte Frackinggebiet in dem US-Bundesstaat und gehört mit 30.000 Öl- und Gasquellen auch zu den größten Gebieten landesweit. Sieben Prozent des gesamten durch Fracking gewonnenen Gases in den USA stammen von hier.

Die hohen Methan-Emissionen, die die Wissenschaftler durch Messungen am Boden und vom Flugzeug aus in Barnett Shale feststellten, würden sich relativ leicht reduzieren lassen, sagte Steven Hamburg von EDF. Drei Viertel des Methans entwichen an ganz bestimmten Stellen im Produktionsprozess; dies sei "vermeidbar". Deshalb fordert die Umweltorganisation mehr Kontrollen der Frackingunternehmen, damit Methan-Emissionen durch Lecks, Unachtsamkeit und fehlerhafte Bedienung von Geräten und Maschinen seltener vorkommen.

Derzeit arbeitet die Regierung in Washington an Plänen, wie die Methan-Emissionen reduziert werden können. Ziel soll sein, den Ausstoß des schädlichen Klimagases beim Fracking in den kommenden zehn Jahren um 40 bis 45 Prozent zu senken.

klimaretter.info/vk

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