Indien: Mehr als 2.000 Tote durch Hitzewelle

Die extreme Hitzewelle in Indien fordert immer mehr Menschenleben. Nach jüngsten Angaben stieg die Zahl der Toten am gestrigen Sonntag auf über 2.000, nachdem am Freitag bereits 1.500 gezählt worden waren. Zu Beginn der vergangenen Woche waren es 750. Die Hitzewelle mit Temperaturen um 45 Grad Celsius wird laut Wetterdienst auch die kommenden Tage anhalten, nachdem einige wenige Vor-Monsun-Regenschauer kurzfristig etwas Erleichterung gebracht hatten.

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Der Sommermonsun ist in Indien besonders wichtig für Landwirtschaft und Wasserhaushalt. Kommt er zu spät oder zu heftig und schnell, kann das katastrophale Folgen für die Versorgung und das Überleben vieler Kleinbauern und ärmerer Bevölkerungsschichten haben. (Foto: Reimer)

Unter den Hitzetoten sind nach Angaben der Behörden vor allem Tagelöhner und ältere Menschen; sie starben durch Hitzschlag oder Dehydrierung. Die Bezirksregierung des besonders betroffenen die südlichen Bundesstaats Andhra Pradesh rief die Bevölkerung auf, die Häuser tagsüber nicht zu verlassen, viel Wasser zu trinken und Kopf und Körper gegen die starke Sonneneinstrahlung zu bedecken. Zelte wurden aufgebaut, in denen Trinkwasser angeboten wird.

Die Monsunzeit, die im Süden Indiens üblicherweise Anfang Juni beginnt, wird sich nach Behördenangaben in diesem Jahr um vier bis fünf Tage verspäten. Der indische Sommermonsun gehört Klimawissenschaftlern zufolge zu den sogenannten Kipp-Elementen im Klimasystem. Durch eine Veränderung des Klimas sowie starke Luftverschmutzung könnte es künftig zu stark schwankenden Monsunereignissen in ganz Südasien kommen – mit Dürren oder Überflutungen als Folge. Wenn ein Kippelement "umgekippt" ist, kann dadurch ein anderes wichtiges Element des Klimasystems negativ beeinflusst werden – die Folge wäre ein beschleunigter Klimawandel.

klimaretter.info/vk

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