Weniger Abgase in Nord- und Ostsee

Seit dieser Woche gelten schärfere Umweltregeln im Schiffsverkehr der Nord- und Ostsee: Laut der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO dürfen die Kraftstoffe nur noch 0,1 Prozent Schwefel enthalten, bisher war es ein Prozent. Bis vor einigen Jahren lag der Schwefelanteil sogar noch bei 4,5 Prozent, in vielen Teilen der Welt liegt der Grenzwert bis heute bei 3,5 Prozent.

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Seit 1. Januar gelten neue Abgaswerte für Nord- und Ostsee – fragt sich nur, ob sich auch alle daran halten werden. (Foto: Jean-Pierre Bazard/Wikimedia Commons

Grund für die neuen Vorschriften sind die hohen Feinstaubwerte und Treibhausgasemissionen, die durch die Verwendung von herkömmlichem Schweröl entstehen. Da die Schifffahrt jedes Jahr weltweit wächst, nehmen auch die Umweltbelastung der Luft und der Atmosphäre sowie die Verschmutzung der Meere zu. 

Die Reedereien haben nun die Wahl, entweder weiterhin schwefelreiches Schweröl zu nutzen und nach dem Verbrennen zu entschwefeln oder auf schwefelärmeres Öl umzusteigen. Alternativ dazu können sie auch auf neue Antriebe wie Flüssiggas umrüsten. Viele Schifffahrtsunternehmen haben deshalb Preissteigerungen angekündigt.

Der Naturschutzbund Nabu begrüßte zwar die Regelung, wies aber auch auf ungenügende Kontrollen hin. "Zurzeit wird nur jedes tausendste Schiff auf seinen Treibstoff hin überprüft", sagte Geschäftsführer Leif Miller. Die Bundesregierung solle die Zahl der Kontrollen deutlich erhöhen und von Beginn an konsequent gegen Verstöße vorgehen, forderte Miller. In den USA und Kanada würden dafür Strafen von bis zu 25.000 Dollar pro Tag verhängt. 

Vor allem Großschiffe mit ihren rußenden Dieselmotoren sind sprichwörtliche "Dreckschleudern". Außerdem verursacht der weltweite Schiffsverkehr fast so viele Treibhausgase wie der gesamte Straßenverkehr. Trotzdem ist die Schifffahrt als einziger Verkehrssektor von den Planungen der EU ausgenommen, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Die EU hat immerhin im Dezember angekündigt, die CO2-Emissionen der europäischen Schifffahrt ab 2018 großflächig erfassen zu wollen.

klimaretter.info/sg

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