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China will großräumig Wetter manipulieren

Das Reich der Mitte plant, im großen Stil das Wetter in den Regionen zu beeinflussen. Die in der Wirtschaft tonangebende Reformkommission und die chinesische Wetterbehörde haben nach eigenen Angaben einen entsprechenden Plan beschlossen. Demnach will China bis 2020 über das ganze Land verteilt sechs Zentren zur Wettermanipulation einrichten.

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Spiel mit den Wolken: China will das Wetter künftig großräumig beeinflussen. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

Insgesamt sollen laut Wetterbehörde 60 Milliarden Kubikmeter künstlicher Regen pro Jahr fallen und sich die künstlich von Hagel freigehaltenen Flächen auf 540.000 Quadratkilometer summieren. Das Wasser soll die Landwirtschaft versorgen, die Nahrungsmittelproduktion verbessern, die Wasserressourcen auffüllen und die Elektrizitätsversorgung absichern helfen.

China hat bereits in der Vergangenheit Versuche zur Beeinflussung des Wetters unternommen. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 sprühten Flugzeuge Chemikalien in die Luft, damit die Wolken sich noch vor den Spielstätten abregneten. Auch zum 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik sorgte das Land auf diese Weise für blauen Himmel. Dagegen ließ 2009 ein künstlich erzeugter Sturm Peking im Schneechaos versinken. Wieder waren Chemikalien in die Wolken gesprüht worden, um gegen die anhaltende Dürre in der Region vorzugehen. China hat für seine Wetterexperimente eigens ein staatliches Amt für Wetterbeeinflussung gegründet.

Nach mehr als zehnjähriger Bauzeit ist außerdem das gigantische Süd-Nord-Kanalprojekt fertiggestellt worden, das Wasser aus dem Süden Chinas fast 1.500 Kilometer weit in die Hauptstadtregion umleitet. Die dortigen Industriezentren haben die Region an den Rand des Wassernotstands gebracht. Allerdings reichen, wie die FAZ heute berichtet, Menge und Qualität des Wassers nicht aus. Schon länger kritisiert werden die hohen Kosten des Mega-Kanals von umgerechnet mindestens 50 Milliarden Euro und die negativen Auswirkungen für viele Chinesen und für den Naturhaushalt.

Der Beitrag wurde am 1. Januar um 23 Uhr geändert: Die chinesische Wetterbehörde hat die unrealistisch hohe Zahl von 54 Millionen Quadratkilometern auf 540.000 Quadratkilometer korrigiert.

klimaretter.info/em

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