Honduras: Bauern hungern und fliehen

In Honduras nimmt die Lage durch die Dürre immer drastischere Ausmaße an. Weil kein Regen fällt, bleibt die Ernte aus und die Nahrungsmittelpreise steigen rapide an. Die Ärmeren müssen hungern, berichtet das Online-Portal Blickpunkt Lateinamerika. Laut dem Roten Kreuz verkaufen viele Kleinbauern ihren Besitz oder verlassen ihre Dörfer. 3.500 Familien seien betroffen. Bereits heute gilt ein knappes Viertel der Einwohner in dem mittelamerikanischen Land als unterernährt.

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Der Boden vertrocknet, die Ernten fallen aus, Bauern müssen aufgeben. (Foto: Schulze von Glaßer)

Honduras ist eines der vom Klimawandel am meisten betroffenen Länder. Im Klimarisiko-Index der Umweltorganisation Germanwatch liegt das Land beim langfristigen Klimarisiko auf Platz eins. Bis 1998 war Honduras eigentlich auf einem guten Weg und hatte Armut und Hunger immer mehr gesenkt. Doch der Hurrikan "Mitch" hatte das Land verwüstet und Schäden in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar verursacht. Honduras gilt als Beispiel dafür, dass der Klimawandel mit den an Häufigkeit oder Intensität zunehmenden Stürmen die Wirtschaft von manchen Ländern auf Jahrzehnte zurückwerfen kann.

Dabei ist Honduras alles andere als ein Klimawandel-Verursacher. Pro Kopf gerechnet kommt das Land nur auf zwölf Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Der Anteil der Ökoenergien am Strommix beträgt heute schon 43 Prozent und soll laut nationalem Entwicklungsplan bis 2026 auf 70 Prozent steigen. Erst im Oktober hat Honduras zwei riesige Solarparks mit einer Kapazität von insgesamt knapp 150 Megawatt bei der kanadischen Firma Canadian Solar bestellt.

Neben Honduras sind auch Guatemala, El Salvador und Nicaragua von der Dürre betroffen. Auch Brasilien hat mit den Auswirkungen zu kämpfen: Wälder brennen, die Wasservorräte werden knapp, die Energieversorgung durch die Wasserkraftwerke ist bedroht. Die US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA warnt, dass das möglicherweise Ende des Jahres auftretende Klimaphänomen El Niño die Situation in Mittelamerika weiter zuspitzen könnte. Dabei erwärmen sich die obersten Wasserschichten des Pazifiks, das führt zu Trockenheit in Mittelamerika und zu starken Regenfällen in Südamerika.

klimaretter.info/bra

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