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Nicht jeder Wald ist gut fürs Klima

Nicht jeder Baum ist ein Garant für gutes Klima. Wissenschaftler warnen vor unbedachter Aufforstung im Namen der Kohlendioxid-Bilanz. Das berichtet die Financial Times Deutschland

Klimaschutz kann auch nach hinten losgehen. Wie zum Beispiel bei einem Aufforstungsprojekt in Südafrika: Ein Hunderte Kilometer langer Gürtel Eukalyptusbäume nimmt zwar durch sein schnelles Wachstum große Mengen Kohlendioxid auf, jedoch hat der Eingriff in die Landschaft auch verheerende ökologische Folgen: Quellen versiegen und Flussläufe fallen trocken, weil die Bäume sie förmlich leersaugen.
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Den Wald vor lauter Bäumen nicht ... Waldschutz ist besser als Aufforstung. Foto: Reimer

Auch Kanada sei in die Klimafalle getappt, berichtet die Wirtschaftszeitung. Nordamerikanische Drehkiefern, die zum Verbessern der Kohlendioxid-Bilanz angepflanzt worden waren, können ihre klimaschützende Rolle in den Wäldern nicht wahrnehmen. Die Monokulturen fallen Schädlingen zum Opfer und werden in heißen Sommern von Waldbränden heimgesucht: Von der Kohlendioxid-Senke zur Kohlendioxid-Quelle.

Aufforstung zugunsten des Klimas müsse deshalb mit Vorsicht behandelt werden. Denn der Klimawandel verändert die Arbeitsbedingungen des Waldes und erschwert Forstwissenschaftlern ihre Berechnung. Wichtiger als Aufforstung sei der Schutz bestehender Wälder. Allein durch Abholzungen in den Tropen seien jährlich 1,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff mehr in die Atmosphäre gelangt. Ein Drittel dieser Emissionen würde sich schon recht einfach vermeiden lassen: durch Schulung des Erntemaschinenpersonals, das oft wenig behutsam und ohne fachliche Unterweisung zu Werke geht.

[Erklärung]  
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