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Rekordstrafe für BP nach Ölpest

Der Ölkonzern British Petroleum (BP) hat eine Rekordstrafe in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko akzeptiert. Doch die Forderungen könnten aufgrund zivilrechtlicher Schadenersatz-Ansprüche noch deutlich zunehmen. Denn BP soll der US-Bundesregierung sowie fünf Bundesstaaten den entstandenen Schaden an den Küsten ersetzen. Dazu könnte auch der Ausgleich von Einnahmeausfällen etwa im Tourismus-Bereich kommen. Es geht um eine Summe von bis zu 21 Milliarden US-Dollar.


Die Folgeschäden der Ölpest im Golf von Mexiko sind enorm – BP hat deshalb eine Rekordstrafe akzeptiert. Weitere Klagen könnten folgen. (Foto: US-Küstenwache)

Der Ölmulti hatte versucht, die zivilrechtlichen Ansprüche mit den strafrechtlichen zu verknüpfen – jedoch sprach sich der Bundesstaat Louisiana dagegen aus. Im kommenden Februar soll deshalb ein Zivilprozess in den USA beginnen. Insgesamt hat der britische Konzern somit bereits mehr als 35 Milliarden Dollar für die Schäden der Ölkatastrophe gezahlt – neben der Strafzahlung von 4,5 Milliarden auch etwa 14 Milliarden für das Stopfen des Lecks der Ölplattform "Deepwater Horizon" und für die Aufräumarbeiten sowie knapp 17 Milliarden an Tausende privater Kläger.

Der zentrale Vorwurf an BP lautet, im Vorfeld des Unglücks auf der "Deepwater Horizon" im April 2010 grob fahrlässig gehandelt zu haben. Sollte das Gericht ebenso dieser Ansicht sein, müsste das Unternehmen bis zu 4.300 Dollar pro ausgelaufenem Barrel Öl zahlen. Anderenfalls wären "nur" 1.100 Dollar pro Barrel fällig. Auch über die genaue Ölmenge, die ins Meer gelaufen ist, sind die Konfliktparteien uneins. Nach Angaben der US-Behörden liefen in den 87 Tagen insgesamt 4,9 Millionen Barrel Öl ins Meer. BP selbst geht von einer geringeren Menge aus.

Zwei Mitarbeiter des britischen Konzerns sind zudem wegen Totschlags angeklagt: Sie sollen für den Tod der elf Menschen verantwortlich sein, die bei der Explosion auf der Bohrinsel ums Leben gekommen waren. Die Ölpest im Golf von Mexiko zerstörte ganze Küstenabschnitte und hinterließ enorme Schäden in der Natur – deren Langzeitfolgen gar nicht abzusehen sind.

klimaretter.info/bb

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