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Staudamm-Bau in Laos beginnt trotz Bedenken

Die Bauarbeiten an dem Riesenstaudamm-Projekt Xayaburi am Fluss Mekong sollen noch in dieser Woche offiziell beginnen, meldet die Times of India. Das Bauvorhaben im Nordwesten von Laos, das gemeinsam mit Thailand realisiert werden soll, wird bereits seit zwei Jahren diskutiert. Umweltschützer äußerten immer wieder schwere Bedenken. Auch die Mekong-Anrainerstaaten Vietnam und Kambodscha zeigten sich besorgt, insbesondere um die Folgen für den Fischfang. Thailand hingegen – ebenfalls Mekong-Anrainer – hat zugesagt, einen Großteil des in Zukunft mithilfe des Staudamms produzierten Stroms abzunehmen. Das Wasserkraftwerk soll nach den Plänen der Ingenieure 1.260 Megawatt Strom erzeugen. Finanziert wird das umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro teure Projekt von dem thailändischen Unternehmen CH Karnchang.


Der Mekong ist die Lebensgrundlage für viele Menschen in der Region. (Foto: Pianporn Deetes/International Rivers)

Der Mekong ist insgesamt für 60 Millionen Menschen die direkte oder mittelbare Existenzgrundlage, sein Einzugsgebiet ist dabei etwa doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Der Bau des Riesenstaudamms von knapp einem Kilometer Länge könnte sich äußerst negativ auf Fischrouten, Wasserqualität, Erosion und die Ökosysteme des Mekong auswirken und die Ernährungssicherheit Hunderttausender gefährden, wie eine Studie der Nichtregierungsorganisation "International Rivers" zeigt. Zudem könnte sich Xayaburi als Präzedenzfall erweisen: Bereits in Kürze könnten weitere Staudammprojekte folgen, die Rede ist von bis zu zwölf Staudämmen am Hauptstrom des Mekong in Thailand, Laos und Kambodscha.

Naturschutzorganisationen wie International Rivers und der WWF befürchten deshalb einen "Dominoeffekt". Der WWF Deutschland fordert von der Bundesregierung ein starkes Signal gegen den Bau der Anlage. "Laos droht zum Totengräber für den Mekong zu werden", warnte Stefan Ziegler, WWF-Referent für Südostasien und die Mekong-Region. Xayaburi drohe zu einer grenzüberschreitenden Bedrohung sowohl für die Ernährungssicherheit der Bevölkerung als auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Region zu werden.

klimaretter.info/bb

 

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