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EU-Peanuts für den Artenschutz

Auf der UN-Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt (COP 11) im indischen Hyderabad ist keine Einigung über die Finanzierung des vor zwei Jahren beschlossenen Zehn-Jahres-Plans in Sicht. Nach Schätzungen des UN-Umweltprogramms Unep sind jährlich 40 Milliarden Dollar (rund 30 Milliarden Euro) notwendig, um den Verlust an Wäldern und anderen Lebensräumen bis zum Jahr 2020 zumindest zu halbieren. Die EU-Kommission hat bislang lediglich zugesagt, dem Critical Ecosystem Partnership Fund (CEPF) in den nächsten fünf Jahren 18 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.


Der Tiger ist zu einem Symbol für den Biodiversitätsschutz geworden. Die asiatische Großkatze ist mit nur noch 3.000 bis 5.000 frei lebenden Exemplaren starkt gefährdet. (Foto: Schulze von Glaßer)

Unterdessen hat der Umweltverband BUND vor einem Scheitern der Biodiversitätskonferenz gewarnt. Es gehe darum, endlich die notwendigen Finanzmittel bereitzustellen, um die vor zwei Jahren im japanischen Nagoya beschlossenen Ziele zum Stopp des weltweiten Arten- und Lebensraumverlustes auch erreichen zu können, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Hyderabad. Die Industriestaaten sollten ihre Hilfen für den Schutz der biologischen Vielfalt verdreifachen, forderte Weiger. "Insbesondere Kanada, Japan und Großbritannien müssen ihre Blockadehaltung beim Biodiversitätsschutz endlich aufgeben. Nur wenn genügend Geld auf den Tisch gelegt wird, gibt es noch eine realistische Chance, den dramatischen Verlust von Arten und Lebensräumen zu stoppen." Die Konferenz endet am kommenden Freitag. 

Mit ihrer Zusage, 18 Millionen Euro in den Critical Ecosystem Partnership Fund (CEPF) einzuzahlen, wird die EU zum siebten Partner des Fonds, der bisher von der französischen Entwicklungsagentur AFD, der US-Naturschutzorganisation Conservation International, der japanischen Regierung, der Global Environment Facility der UN und der Weltbank unterstützt wird. Mit den Geldern der EU-Kommission belaufen sich die gesammelten Beiträge für den Fonds auf 270 Millionen Dollar seit dessen Gründung im Jahr 2000.

Trotz der – gemessen an den Problemen – bescheidenen Summen ist der CEPF für EU-Umweltkommissar Janez Potočnik ein "Schlüsselmechanismus, um lokale Gemeinschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Akteure des Privatsektors zu erreichen, die gewillt sind, ihren natürlichen Reichtum zu erhalten". Der Fonds habe in den vergangenen zwölf Jahren seinen Nutzen und seine Effektivität bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen für kritische Ökosysteme sowie der Verbesserung der Lebensgrundlagen für regionale Gemeinschaften unter Beweis gestellt.

Seit der Fonds im Jahr 2000 seine Arbeit aufgenommen hat, wurden 148 Millionen Dollar an rund 1.700 Empfänger in 60 Schwellen- und Entwicklungsländern ausgeschüttet. Zwölf Millionen Hektar neue Schutzgebiete sowie Erweiterungen bestehender Gebiete zählt der Fonds zu seinen Erfolgen. Zudem sei das Flächen-Management für 29 Millionen Hektar "Schlüsselflächen für die Biodiversität" und rund 3,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Produktionsfläche verbessert worden.

klimaretter.info/vana
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