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Erneut Rekord-Eisschmelze in der Arktis

Das Meereis der Arktis ist in diesem Jahr so stark geschrumpft wie nie zuvor seit Beginn zuverlässiger Satellitenmessungen im Jahr 1973 – auf 3,37 Millionen Quadratkilometer Fläche. Anderen Schätzungen zufolge ist dies sogar der geringste Wert seit etwa 1.500 Jahren. Der vor wenigen Wochen vorhergesagte Negativ-Rekord wird damit nochmals deutlich unterschritten, bevor mit dem Ende des arktischen Sommers das Eis wie jedes Jahr wieder wächst, heißt es in einer offiziellen Mitteilung vom Klimacampus der Universität Hamburg am Mittwoch.


Aktuelle Meereisbedeckung im Vergleich zum Mittel der Jahre 1992 bis 2006 (rote Linie). (Bild: Kaleschke/UHH/KlimaCampus)

Damit ist die Eisdecke in den vergangenen drei Jahrzehnten um mehr als die Hälfte geschrumpft. Gleichzeitig nimmt auch die Dicke der Eisschicht ab, wie klimaretter.info am Montag bereits ausführlich berichtet hat. Aktuelle Studien zeigen übereinstimmend, dass dieser extreme Eisrückgang in seiner ganzen Ausprägung nur durch den menschengemachten Klimawandel erklärt werden kann.

"Das arktische Meereis ist ein Frühwarnsignal und gilt als kritisches Element im Erdsystem: Wenn weniger helles Eis das Sonnenlicht ins All zurückstrahlt und mehr dunkle Ozeanflächen Wärme aufnehmen, treibt das die globale Erwärmung voran", sagte Peter Lemke vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Die Arktis spiele eine zentrale Rolle im weltweiten Klimasystem, "und auch wenn sie weit weg zu sein scheint – die Veränderungen im hohen Norden werden sich auch in Deutschland bemerkbar machen". Der Trend zeige eindeutig: "Das dicke mehrjährige Eis der Arktis wird zunehmend durch dünnes erstjähriges Eis ersetzt“, ergänzte Lars Kaleschke vom Klimacampus.

klimaretter.info/dec

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