Öldurst: Tiefsee-Moratorium aufgehoben
Die USA und Mexiko haben eine über 6.000 Quadratkilometer große Fläche im Golf von Mexiko für Tiefsseebohrungen nach Öl- und Erdgas frei gegeben. Nach jahrelangem Streit unterzeichnete in der Nacht zum Dienstag US-Außenministerin Hillary Clinton und Mexikos Außenministerin Patricia Espinosa ein Abkommen, dass verbindliche Regeln zur Förderung entlang der Seegrenze zwischen den beiden Staaten vorsieht. Das Meer ist hier bis zu 3.300 Meter tief, mexikanische und amerikanische Behörden sollen dem Abkommen zu Folge gemeinsam die neuen Sicherheitsrichtlinien für die Ölförderung auf hoher See erarbeiten und ihre Einhaltung überwachen.
Nach dem Deepwater Horizon-Debakel: Monatelang wurde brackiges, ölverseuchtes Wasser an die US-Küsten gespült. (Foto: US Coast Guard)
Die staatliche Ölgesellschaft Petroleos Mexicanos (Pemex) bereitet sich bereits heute auf Bohrungen nahe der Seegrenze in 2.700 Metern Wassertiefe vor. Das ist fast doppelt so tief wie seinerzeit die Deepwater Horizon gebohrt hatte. Die Explorations-Plattform von BP war eine dynamisch positionierte Halbtaucherkonstruktion, sie ruhte also auf teilweise in das Meer eingetauchten Säulen, die von unter Wasser befindlichen Auftriebskörpern getragen wurden. Am 20. April 2010 kam es zum folgenschweren Unfall: Die Plattform geriet in Brand, zwei Tage später sank sie. Es folgte die größte Ölpest in der Menschheitsgeschichte.
US-Präsident Barack Obama hatte im Angesicht der Katastrophe mit seinem Amtskollegen, dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón, ein Fördermoratorium in dem Seegebiet bis Januar 2014 zu verlängern. Pemex wird von Experten nicht zugetraut, ein solch komplexes Projekt in so großer Tiefe sicher auszuführen. Andererseits ist Mexiko nach Kanada zweitgrößter Eröl-Lieferant der USA. Weil aber die mexikanische Hochsee-Förderquote seit Jahren sinkt, ist die USA nun mit dem Abkommen Mexiko entgegengekommen - und hat damit das Moratorium ab Umsetzung des Vertrages praktisch aufgehoben.
klimaretter.info/reni
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