Gesundheitsgefahr bei Erdgasförderung
In dem größten Erdgasfördergebiet Deutschlands in Niedersachsen wurden überhöhte Benzolwerte im Grundwasser gemessen. Anwohner aus dem Ort Allerdorf, die in dem betroffenen Gebiet leben, seien an Krebs erkrankt, berichtet der Bayrischen Rundfunk. Ein Drittel der Haushalte in Allerdorf sei betroffen. Der Betreiber RWE Dea sieht keinen Zusammenhang zwischen den Krebserkrankungen und den Gasbohrungen und beschwichtigte, dass derzeit keine Daten über ein Leck bestehen, die Leitungen aber nun detailliert untersucht werden würden.

Benzol kann durch das Material der Rohre hindurchwandern. (Foto: Nick Reimer)
Seit Anfang der 90er Jahre wird in der Gegend um Allerdorf Erdgas gefördert. Dabei entsteht sogenanntes Lagerstättenwasser, das durch Pipelines im Boden von den Bohrplätzen zur Entsorgungsstelle gepumpt wird. In dem Abwasser finden sich giftige Stoffe wie Quecksilber und Benzol, beide krebserregend. Im Dezember 2011 hatten Gutachter an mehreren Stellen in der Gegend erhöhte Benzolwerte gemessen: Über der Leitung und in 1,20 Metern Tiefe Konzentrationen von 4.000 Mikrogramm. Über 5 Mikrogramm gilt Benzol als gesundheitsgefährdend. Die Rohre bestehen aus Kunststoff, das die giftigen Stoffe zurückhalten soll. Benzol beginnt jedoch ganz langsam, durch das Rohrmaterial zu dringen und gelangt so nach einiger Zeit in die Erde. Die Bürger fordern nun eine komplette Sanierung aller betroffenen Flächen in Niedersachsen.
Frank Schwabe, klimapolitischer Sprecher der SPD im Bundestag fordert Konsequenzen: "Das macht umso mehr deutlich, dass es rund um die Erdgasförderung gesetzliche Defizite gibt. Eine umfassende möglicherweise erweiterte Umweltverträglichkeits-Prüfung müssen verpflichtend ohne Ausnahme sein."
klimaretter.info/wort
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