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Maisanbau zerstört mehr Grünland

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat vor dem massiven Verlust von Grünland in Deutschland gewarnt. "Grünland hat für den Schutz von Biodiversität, aber auch für die Ressourcen Wasser, Boden und Klima eine zentrale Funktion", betonte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Wie das Amt mitteilte, seien zwischen 1990 und 2009 rund 875.000 Hektar an Grünlandflächen in Deutschland verloren gegangen. Das entspricht einer Fläche halb so groß wie Thüringen. Als wichtigste Ursache für den Verlust macht das Bundesamt den "massiv gestiegenen Maisanbau" verantwortlich.


Der Maisboom in Deutschland hat volle Fahrt aufgenommen. Eine ökologisch nachhaltige Produktion für Biogas ist das Argument des Booms. (Foto: Agentur für Erneuerbare Energien)

Das Bundesamt betont insbesondere die "dramatischen Folgen" für das Klima. Demnach bindet Grünland große Mengen an Kohlenstoff. Dieser werde beim Umbruch freigesetzt. Der Umbruch von nur einem Hektar Grünland verursacht rund 20 bis 35 Tonnen Kohlenstoff-Äquivalente. Zudem seien zahlreiche Tier- und Pflanzenarten durch den Verlust des Grünlandes betroffen. Auch für Bodenprozesse und den Wasserhaushalt sei die gegenwärtige Entwicklung kritisch.

Dennoch zeigt sich das BfN optimistisch für die Zukunft. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) will die Europäische Union dem Schutz von Grünlandflächen ab 2014 eine größere Bedeutung beimessen. "Diese gute Absicht darf bis zum Beginn der reformierten GAP aber nicht durch weiteren und vorsorglichen Umbruch wertvollen artenreichen Grünlands durch Betriebe konterkariert werden", sagte Beate Jessel. "Aus Sicht des Naturschutzes ist es erforderlich, dass ein sofortiges Umbruchverbot gilt und nicht erst ab 2014." Darüber hinaus forderte das BfN die finanzielle Ausstattung von Agrarumweltmaßnahmen im Grünland deutlich zu erhöhen.

Mais wird auf einem Fünftel der Ackerfläche Deutschlands angebaut. Dies entspricht einer Fläche von 2,45 Millionen Hektar. Nach Angaben von Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, dient rund ein Viertel hiervon dem Energiepflanzenanbau für Biogasanlagen; der größte Teil der Maisernte werde verfüttert.

klimaretter.info/tony/em

 

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