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Kanadas Wälder anfälliger für Brände

Seit 1980 hat sich die Größe und die Ausdehnung natürlicher Waldbrände in Kanada stark erhöht. Laut einer im Fachblatt "The American Naturalist" (Dezember-Ausgabe) veröffentlichten Studie deutet dies darauf hin, dass es auch für Waldbrände einen "Schwellenwert" gibt, ähnlich wie bei Epidemien, von dem an eine größere Waldbrandgefahr gegeben ist. Demnach nähern sich große Teile Kanadas diesem Schwellenwert, was durch den Klimawandel beschleunigt wird. Die Studie wurde vom Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der University of Michigan gemeinsam durchgeführt. 


Kanadas "boreale" Nadelwälder - hier der Yukon im Nordwesten des Landes - sind künftig noch mehr von Waldbränden bedroht. (Foto: Kiko2000 / Wikimedia Commons)

Für ihr Modell werteten die Wissenschaftler Daten des Kanadischen Forstdienstes aus, der Feuer ab einer Größe von 200 Hektar zwischen 1959 und 1999 erfasst hatte, und sortierten diese nach Ökoregionen. Dadurch zeigte sich, dass sich drei dieser Ökoregionen Kanadas kurz vor einem Wendepunkt befinden: die Hudson Ebene südlich der Hudson Bucht, die Boreale Ebene im mittleren Westen und der Boreale Schild, der sich vom mittleren Westen bis an die Ostküste erstreckt und damit die größte Ökoregion Kanadas ist. Einem Wendepunkt am nächsten ist offenbar die Boreale Ebene.

Um ihr Modell und die Theorie eines Schwellenwertes für Waldbrände zu überprüfen, hatten die Wissenschaftler die Feuer in dieser Region genauer unter die Lupe genommen. Um 1980 verdreifachte sich die durchschnittliche Größe der Feuer in diesem Teil der Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba sprunghaft. "Das ist aus unserer Sicht ein Indiz dafür, dass es auch bei Wäldern Schwellenwerte gibt, ab denen sich das Waldbrandregime drastisch ändert", erklärte Volker Grimm vom UFZ. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Boreale Ebene in den letzten Jahrzehnten vor allem um 1980 einen Wandel zu einem von Waldbränden geprägten System durchlebt hat. Das hat fundamentale Auswirkungen für die Umwelt und für die Waldbrandbekämpfung. Geringe Veränderungen in den Parametern der Feuerausbreitung haben große Auswirkungen auf die Größe der Feuer." Allmähliche Veränderungen, wie sie durch den Klimawandel erwartet werden, können daher zu einer abrupten und starken Vergrößerung der Feuer führen.

klimaretter.info/red

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