Munich Re stellt UN-Klimaverhandlungen in Frage
Der Rückversicherer Munich Re hat neue Initiativen für den Klimaschutz gefordert. Jene Länder, die sich bereits Klimaziele gesetzt hätten, sollten gemeinsam eine "Kerngruppe" bilden und mit ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen "vorangehen" - insbesondere mit der massiven Förderung erneuerbarer Energien. "Der Umbau der Energieversorgung von den fossilen zu erneuerbaren Trägern ist die zentrale Aufgabe dieses Jahrhunderts", sagte Torsten Jeworrek, Vorstand bei Munich Re. Damit seien "erhebliche ökonomische Chancen" verbunden.

Die Versicherungsbranche macht Dampf. Ihr ist längst klar, dass jedes Zögern beim Klimaschutz zu unkalkulierbaren Kostensteigerungen in der Zukunft führen wird. (Foto: Extremwetterkongress Hamburg)
Hintergrund des Vorschlags ist die Einschätzung der Munich Re, dass die UN-Klimaverhandlungen in Durban nicht zum Erfolg führen werden. Zwar könnten Fortschritte im zweiten Verhandlungsstrang - bei dem es um Anpassungshilfen für besonders vom Klimawandel betroffene Länder geht - erzielt werden. Das "Menschheitsproblem Erderwärmung" aber sei im Rahmen des von den Vereinten Nationen organisierten Prozesses "offensichtlich" nicht lösbar. "Vielen Ländern scheinen ihre kurzfristigen und spezifischen Interessen ungleich näher zu liegen als diese globale Langfristgefahr", heißt es in einem Papier, das der Konzern anläßlich des Klimagipfels in Durban ins Netz gestellt hat.
Munich Re befasst sich nach eigenen Angaben seit fast vierzig Jahren mit dem Klimawandel und hat die mit über 30.000 Ereignissen weltgrößte Datenbank aufgebaut, die sämtliche Naturkatastrophen auf der Erde dokumentiert. Daraus gehe hervor, dass sich die Zahl der registrierten Schadenereignisse aufgrund von Extremwetter weltweit seit 1980 nahezu verdreifacht hat. "Die Wettermaschine schaltet gewissermaßen einen Gang höher", kommentiert Peter Höppe von der Georisiko-Forschung der Munich Re. Die "heftigsten Auswirkungen der Erderwärmung" stünden uns erst noch bevor.
klimaretter.info/vk
Die Schlagzeilen um 00 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Standpunkte
Wie grün ist Joachim Gauck? Der "Präsident der Herzen" wird Nachfolger von Christian Wulff. Zu ökologischen Themen hatte der frühere DDR-Bürgerrechtler bislang wenig zu sagen. Zwar hat er einst die Umweltbewegung im DDR-Untergrund gefördert, Gaucks ökologische Einlassungen seitdem sind aber ein gesammeltes Schweigen. Von Georg Etscheit [mehr...]
Meinungen: Ott Macht Politik
Wie US-Firmen die Klimapolitik unterlaufen Fossile Unternehmen versuchen, Zweifel an den Erkenntnissen der Klimawissenschaftlen zu streuen. Diese an sich kaum überraschende Erkenntnis wird jetzt durch interne Dokumente des Heartland-Instituts bestätigt. [mehr...]
Jahrestag
Ein Jahr Fukushima
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Katastrophenschutz: Unwetter ohne Ursachen?
Aufklärung kann vor unschönen Überraschungen schützen – das gilt für moderne technische Gerätschaften ebenso wie für körperliche Liebe oder Naturkatastrophen. Deshalb hat nun das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine Aufklärungsschrift herausgebracht. Titel: Detailliert wird darin erklärt, wie es zu[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13



Versicherungswirtschaft und Klimaforscher warnen: Sturm, Hagel und Hochwasser werden in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten häufiger und heftiger auftreten.
Extreme Wetterereignisse wie derzeit im Nordosten Australiens werden sich häufen, sagt der Versicherungskonzern Munich Re. Die Auswirkungen sind jetzt auch auf dem Markt für Nahrungsmittelpreise angekommen. Nun drohen auch noch Schäden an Australiens Touristenattraktion Nr. 1, dem Great Barrier Reef.
Die Munich Re rechnet in Deutschland mit einem starken Wachstum der Erneuerbaren Energien und eine deutliche Vergrößerung des Prämienvolumens
Frauen sind am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen
Jetzt geht er wieder los, der Hype um die jährliche Klimakonferenz. Diesmal in Durban, Südafrika. Herausgekommen ist in den vorangegangenen 16 Konferenzen enttäuschend wenig. Damit sich das ändert, muss die EU aufhören, der Junkie Amerikas zu sein.
Auch Deutschland wird stärker von Wetterextremen betroffen sein, wenn die Menschheit nicht auf die CO2-Bremse tritt, sagt der Kieler Klimaforscher Professor Mojib Latif. Höchsttemperaturen von fast 50 Grad seien bis 2100 denkbar, erläutert er im Gespräch mit klimaretter.info. 


