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Deepwater Horizon - Ein Jahr danach

Am 20. April 2010 explodierte die Ölplattform Deepwater Horizon des Ölkonzerns BP. Noch immer sind Arbeiter damit beschäftigt, Öl aus dem Meer und von der Küste zu sammeln.

Von Johanna Treblin

Ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf vom Mexiko zieht die US-Küstenwache Bilanz: 780 Millionen Liter Öl sind ausgelaufen, rund 42 Millionen Liter Öl wurden abgebrannt, 127 Millionen Liter ölverschmiertes Wasser wurden eingesammelt. Noch sind die Aufräumarbeiten längst nicht abgeschlossen - in der Tiefsee vor der Küste der USA darf aber wieder nach Öl gebohrt werden.


Einen Tag nach der Katastrophe: Lösch-Schiffe versuchen, das Feuer der sinkenden Deepwater Horizon in den Griff zu bekommen. (Foto: US-Küstenwache)

Wie lange es noch dauern wird, bis kein Öl mehr an den Küsten oder auf dem Meer zurückbleibt, ist noch unklar. Die meisten Strände sind zumindest auf den ersten Blick sauber, das meiste Öl ist nie an die Küste gelangt. Wie es aber unter der Wasseroberfläche aussieht, weiß niemand so genau. Möglicherweise haben Bakterien einen Teil des Öls zersetzt, weiterhin können aber große Mengen an Öl umhertreiben.


28. April: Der erste Ölteppich wird angezündet, damit das Öl sich nicht weiter im Meer verbreitet. (Foto: BP)

Am 20. April 2010 war im Golf von Mexiko die Ölplattform Deepwater Horizon des Ölmultis BP explodiert. Daraufhin sank die Plattform, und bis heute sind den Angaben der US-Küstenwache zufolge rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer gelaufen. Das sind zwanzig Mal mehr Öl als bei der Ölkatastrophe des Tankers Exxon Valdez, die stürmische Proteste und den Boykott von BP-Tankstellen nach sich gezogen hatte. Bei der bis dato größten Ölkatastrophe der USA waren 1991 rund 40 Millionen Liter Öl in den Pazifik vor Alaska geflossen.

Im Januar legte eine von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Expertenkommission einen Bericht vor, in dem sie analysierte, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Demnach hätte ein besseres Risikomanagement die Katastrophe verhindern können. Fehler wurden demnach sowohl von BP als auch von den beteiligten Unternehmen Halliburton und Transocean gemacht.


Ausbreitung des Ölteppichs vor der US-Küste am 28. April. (Satellitenaufnahme: NASA)

Im März dieses Jahres schickte die US-Regierung ihre zehnte Rechnung an BP. Die ersten neun Rechnungen über insgesamt 632 Millionen US-Dollar für die Aufräumarbeiten soll der Konzern bereits getilgt haben. Die aktuelle Rechnung ist über 62 Millionen US-Dollar ausgestellt. Darüber hinaus soll der Konzern 20 Milliarden Dollar an Entschädigungen unter anderem an Küsten-Anwohner und Fischer zahlen, die wegen des Ölunglücks ihrer Geschäfte nicht nachgehen konnten.


Im Juni werden weiter Ölteppiche auf dem Meer gefangen und eingesammelt. (Foto: BP)

BP kostete die Katastrophe im Juli 2010 den ersten Vierteljahresverlust seit 1992, Konzernchef Tony Hayward kostet das Unglück seinen Job. In seinem Jahresbericht im Februar 2011 beklagte das Unternehmen Verluste von knapp fünf Milliarden Dollar für das Jahr 2010.


An den Küsten haben die Bewohner zahlreiche Protestschilder angebracht. (Foto: Greenpeace)

Nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe hatte die US-Regierung unter Barack Obama mehrere Anläufe unternommen, Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko zumindest zeitweise zu verbieten. Das zunächst auferlegte Moratorium wurde vom Gericht direkt wieder kassiert. Ende Juli schließlich wurde ein Gesetz erlassen, das die Sicherheitsstandards bei Öl- und Gasbohrungen in der Tiefsee erhöhen sollte. Das große Manko: Neuen Genehmigungsverfahren müssen sich die Unternehmen, die bereits Bohrerlaubnisse haben, nicht unterziehen.


September 2010: Die Strände werden nach Öl abgesucht. (Foto: US-Küstenwache)

Ende Februar 2011 genehmigten US-Behörden schließlich die erste Tiefseebohrung im Golf von Mexiko nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe. Der Konzern Noble Energy darf nun seine Bohrungen in rund 110 Kilometer Entfernung von Venice im Bundesstaat Louisiana fortsetzen. Nach Behördenangaben hat das Unternehmen die Sicherheit seiner Bohrungen "erfolgreich bewiesen". Auch der Rohstoffkonzern BHP Billiton darf seit März wieder bohren.


Noch im Januar 2011 waten Arbeiter durch den öligen Schlamm und versuchen, das Schilf zu säubern. (Foto: US-Küstenwache)


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