Ölpest hätte verhindert werden können
US-Expertenkommission hat nach sechsmonatiger Arbeit ihren Abschlussbericht zum Unglück der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon vorgelegt: Die beteiligten Unternehmen hätten die Katastrophe mit besserem Risikomanagement verhindern können. Für die Katastrophe wurde BP nun für den Public Eye Award nominiert.
Von Johanna Treblin
Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hätte verhindert werden können. Das ist Ergebnis des Abschlussberichts einer von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Expertenkommission zur Untersuchung des Unglücks der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon. Erste Ergebnisse waren bereits in der vergangenen Woche öffentlich geworden.
Zur sinkenden Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko, den Ursachen und Folgen hat eine Expertenkommission nun einen Bericht vorgelegt. (Foto: oilspillcommission.gov)
Dem Bericht zufolge ist die Ölplattform Deepwater Horizon im Macondo-Ölfeld aufgrund mehrerer Fehler gesunken, die die an der Ölförderung beteiligten Unternehmen BP, Halliburton und Transocean zu verantworten hatten. Diese Fehler wären nicht aufgetreten, wenn es ein besseres Risikomanangement gegeben hätte. Die Kommission fordert nun sowohl von der Ölindustrie als auch von der Politik, das Bohren nach Öl sowohl für die Menschen als auch die Umwelt sicherer zu gestalten. Neue Regulatorien müssten "noch über das hinausgehen, was seit dem Sinken der Ölplattform bereits umgesetzt wurde", heißt es in dem Bericht.
Die Deepwater Horizon im Macondo-Ölfeld war am 20. April 2010 explodiert, elf Arbeiter starben, zwei Tage später sank die Plattform. Bei der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA trat über Monate Rohöl aus dem Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe aus. Erst nach dem Scheitern diverser Versuche des Konzerns BP zum Stopfen des Lecks in der Tiefsee konnte das Bohrloch von der US-Küstenwache für "tot" erklärt werden.
Für das Unglück ist BP als eines von sechs Unternehmen für die Public Eye Awards nominiert. Mit dem Negativpreis zeichnen Greenpeace Schweiz und die entwicklungspolitische Organisation "Erklärung von Bern" parallel zum Jahrestreffen des World Economic Forums (WEF) in Davos ein Unternehmen für besonders menschen- und umweltverachtende Geschäftspraktiken aus.

BP ist mit dem Public Eye Award ausgezeichnet worden. (Foto: www.publiceye.ch)
Nominiert sind neben dem Ölkonzern BP auch Neste Oil aus Finnland, das aus Palmöl hergestellten Agrodiesel als "Öko-Benzin" verkauft. Dabei ist Neste Oil verantwortlich für Landnahme, Vertreibung von Menschen und die Zerstörung von Regenwald und Mooren. Auch das südafrikanische Bergbau-Unternehmen AngloGold Ashanti, dem die Verschmutzung und Austrocknung von Flüssen sowie Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen wird, sitzt auf der Anklagebank des Public Eye Award.
Kandidat Axpo hat als öffentliche Einrichtung der Schweiz jahrelang Uran aus der russischen Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage Majak gekauft, dies aber geheim gehalten. Für die harschen Arbeitsbedingungen ist auch der Taiwanesische Elektronik-Hersteller Foxconn nominiert: Im vergangenen Jahr nahmen sich wegen des in der Firma vorherrschenden militärischen Drills mindestens 18 Menschen das Leben. Und schließlich steht mit Philip Morris auch die Tabakindustrie auf der schwarzen Liste: Der Konzern zwang dem südamerikanischen Land Uruguay mit Hilfe der Weltbank eine tabakfreundliche Politik auf. Die Abstimmung läuft noch bis zum 28. Januar.
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