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Katastrophenjahr mit Rekordschäden

950 Naturkatastrophen, 295.000 Todesopfer und Schäden von 130 Milliarden US-Dollar: Die Munich Re hat Bilanz des Jahres 2010 gezogen. Temperaturrekorde und Wetterkatastrophen sind für den Rückversicherer Indizien für den Klimawandel.

Aus Berlin Sarah Messina

Das verheerende Erdbeben in Haiti, gewaltige Überschwemmungen in Pakistan und die Hitzewelle in Russland: 2010 wurde die zweithöchste Zahl von Naturkatastrophen seit 1980 verzeichnet. Nach der Bilanz des Rückversicherers Munich Re beläuft sich der gesamtwirtschaftliche Schaden auf rund 130 Milliarden US-Dollar, von denen etwa 37 Milliarden versichert waren.

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Die Flut in Pakistan hielt über Monate ein Fünftel des Landes unter Wasser. (Foto: US Department of Defense)

In die Geschichte eingehen wird das Erdbeben in Haiti als das verheerendste der letzten 100 Jahre: Mehr als 220.000 der insgesamt 295.000 Toten durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr ließen demnach ihr Leben bei dem Beben am 12. Januar. Erdbeben und Tsunami im Februar in Chile zählen ebenfalls zu den größten Naturkatastrophen des Jahres 2010 - auch hier gab es hunderte Todesopfer, zu Buche schlug die "teuerste" Naturkatastrophe des Jahres aber vor allem durch finanzielle Schäden in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar.

Verheerende Folgen hatten die extremen Monsun-Regenfälle im Sommer für Pakistan: Wochenlang stand bis zu ein Viertel des Landes unter Wasser. Der gesamtwirtschaftliche Schaden beläuft sich auf 9,5 Milliarden US-Dollar - eine für das wirtschaftliche wenig entwickelte Land extreme Summe, so der Rückversicherer aus München.

In Russland wütete zwischen Juli und September die Hitze: Die Temperaturen lagen in einigen Regionen Zentralrusslands weit über 30 Grad Celsius, Wälder standen in Flammen, sogar Atomkraftwerke und Gegenden, die durch den radioaktiven Niederschlag der Katastrophe von Tschernobyl eine hohe Bodenbelastung aufweisen, wurden vom Feuer bedroht. An den Folgen von Hitze und Luftverschmutzung starben 2010 in Russland mindestens 56.000 Menschen.

Hurrikan-Saison heftig, aber mit geringen Schäden

"Glimpflich" lief dagegen die Hurrikan-Saison im Nordatlantik ab: Durch günstige Wetterlagen schrammten viele Stürme nur an der US-Küste vorbei. Gemessen an Zahl und Intensität der Stürme gehört die Saison jedoch mit 19 benannten Tropenstürmen zu den heftigsten der vergangenen 100 Jahre: "Die Zahl der Stürme liegt weit über dem Durchschnitt", sagt Peter Höppe, Leiter der Georisikoforschung der Munich Re.

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2.000 Tote nach Regenfluten im Himalaya: Ladakhs Hauptstadt Leh wurde im durch eine Schlammlawine nach heftigen Regenfällen zerstört. (Foto: Kostial)

Die hohe Anzahl von Wetterkatastrophen und Temperaturrekorde global und in den verschiedensten Regionen der Erde sind nach Ansicht des Rückversicherers weitere Indizien für das Voranschreiten des Klimawandels: Höppe verweist etwa auf Temperaturen im tropischen Nordatlantik, die bereits zu Beginn des Jahres 2010 um bis zu zwei Grad über dem langjährigen Mittel lagen. Mit natürlichen Klimaschwankungen sei der Langfristtrend  zum Anstieg der Meerestemperaturen nicht mehr allein zu erklären. "Vielmehr dürfte der Klimawandel einen Teil zur Erwärmung der Weltmeere beitragen", so Höppe: "Dieser Einfluss wird sich weiter verstärken und zusammen mit anderen Faktoren voraussichtlich auch in den kommenden Jahren für eine hohe Hurrikan-Aktivität sorgen".

Die Schäden durch extreme Überschwemmungen Australiens wurden in die Bilanz der Naturkatastrophen für 2010 noch nicht mit einberechnet: Seit Anfang Dezember sind etliche Orte im Nordosten überschwemmt und von der Außenwelt abgeschnitten - ein Ende ist derzeit noch nicht in Sicht.


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