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FAO: Immer weniger unberührter Wald

Der Anteil an unberührtem Wald geht immer weiter zurück. Pro Jahr gehen laut Welternährungsorganisation FAO rund vier Millionen Hektar an sogenanntem Primärwald verloren. Die Waldfläche insgesamt nimmt weltweit jährlich um 13 Millionen Hektar ab.

Von Johanna Treblin

Der Anteil an unberührtem Wald geht immer weiter zurück. Laut Welternährungsorganisation FAO sinkt der Bestand am sogenannten Primärwald seit dem Jahr 2000 um jährlich 0,4 Prozent, das sind rund vier Millionen Hektar. Insgesamt nimmt die Waldfläche weltweit um 13 Millionen Hektar pro Jahr ab.

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Gerodete Fläche im Regenwald Indonesiens - immer mehr unberührter Wald geht verloren. (Fotos: Greenpeace)

Dem neuen Global Forest Resources Assessment 2010 zufolge wurde in den vergangenen zehn Jahren weniger Wald abgeholzt als in den neunziger Jahren – damals waren es noch 16 Millionen Hektar jährlich. Ein Grund zum Aufatmen ist das allerdings nicht: Der Bestand an unberührtem Wald wird immer kleiner. Ein besonders starker Rückgang ist in Südamerika zu verzeichnen, an zweiter Stelle steht Afrika, dicht gefolgt von Asien. Grund für den Rückgang ist neben der Abholzung weiteres Vordringen in bisher unberührte Waldgebiete durch den Menschen.

Zugenommen hat die Fläche geschützten Waldes. Seit 1990 wurden weitere 95 Millionen Hektar unter Schutz gestellt, fast die Hälfte davon in den Jahren 2000 bis 2005. Insgesamt dienen heute zwölf Prozent des gesamten Waldbestandes einzig dem Schutz der Biodiversität, heißt es in dem Bericht, für den in den vergangenen vier Jahren fast 1.000 Experten Daten beigetragen haben.

"Wälder haben eine große Artenvielfalt", sagte Eduardo Rojas, stellvertretender Vorsitzender der FAO. "Diese reiche Biodiversität ist ein Schatz – insbesondere, weil sich Wälder nicht nur an den Klimawandel anpassen müssen, sondern auch helfen sollen, die Folgen des Klimawandel abzuschwächen." Ein Fünftel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen stammt aus der Abholzung der Regenwälder. Nach dem Verkehrssektor ist damit die Entwaldung die weltweit zweitgrößte Ursache für den Klimawandel.

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Regenwaldabholzung für den Anbau von Soja in Brasilien.

Regenwald muss unter anderem für die Viehzucht und für den Anbau von sogenannten Nutzpflanzen wie Soja weichen. Auch Papierfabriken verschlingen große Regenwaldflächen, wo beispielsweise in Indonesien. Asia Pulp and Paper (APP), einer der größten indonesischen Papierproduzenten, zerstört für seine Papier-Herstellung wichtige Lebensräume von Orang Utans. Der Firma wird außerdem vorgeworfen, in illegale Geschäfte verwickelt zu sein. Jetzt will APP 15.640 Hektar an Tropenwald als Kohlenstoffsenke erhalten. Bei weitem nicht genug, kritisieren Umweltschützer. Ihnen zufolge ist dieses Zugeständnis nicht mehr als ein Feigenblatt. Die Fläche entspricht laut Greenpeace in etwa dem, was in Indonesien innerhalb von fünf Tagen abgeholzt wird.

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