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Deutscher Wetterdienst: Auch 2009 war zu warm

Der Deutscher Wetterdienst zieht Bilanz: 2009 lag in seiner Jahresdurchschnittstemperatur 0,9 Grad Celsius über dem Mittel der Referenzperiode 1961 bis 90. Präsident Kusch hält die Kritik am Internationalen Klimarat IPCC für verlogen.

Von SARAH MESSINA und NICK REIMER

2009 hat zwar keine neuen Wärmerekorde gebracht, dennoch hat das vergangene Jahr den Erwärmungstrend der Erde klar bestätigt. Das geht aus Zahlen hervor, die der Deutsche Wetterdienst am Dienstag in Offenbach bekannt gab. Demnach lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland 2009 bei 9,2 Grad Celsius - und damit 0,9 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 90.

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Eine staubtrockene Angelegenheit: Pflügen im April 2009 in der Mark Brandenburg. Die Bauern registrierten hier nur 5 Prozent des sonst im April üblichen Niederschlages. (Fotos: Reimer)

Das Jahrzehnt 2000 bis 2009 gehört den Daten zu Folge auch in Deutschland zu den wärmsten Dekaden seit Beginn der flächendeckenden Messungen. "Seit 1881 ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland um 1,1 Grad gestiegen", so DWD-Präsident Wolfgang Kusch. "Die Geschichte des Klimawandels muss nicht neu geschrieben werden. Der Klimazug hat trotz seiner abwechslungsreichen Reise nach wie vor ein klares Fahrtziel. Er fährt bergauf."

Auch in anderen europäischen Staaten war 2009 demnach wieder wärmer als im statistischen Durchschnitt. Dabei lag der Schwerpunkt der Erwärmung wie im Vorjahr im Osten und Norden Europas. Weltweit lag 2009 im Ranking der wärmsten Jahr auf Platz 5.

Landwirte müssen sich auf den Klimawandel einstellen

Durch steigende Temperaturen und milde Winter müssten sich vor allem Landwirte auf veränderte Bedingungen einstellen und etwa auf Wäme liebende Pflanzen setzen oder auf Getreidesorten umstellen, die nicht so stark auf einen Kältereiz angeweisen sind. Außerdem sei künftig mit neuen Pflanzenarten wie Hirse oder Sudan-Gras auf den Feldern in Deutschland zu rechnen, so der DWD. Weniger tiefer Bodenfrost könne Erträge insgesamt senken. 

Profiteur des Klimawandels sei die Landwirtschaft in Nordeuropa, wo der Temperaturanstieg für erweiterte Anbaumöglichkeiten sorge. Die südeuropäischen und vermutlich auch die südosteuropäischen Bauern würden künftig dagegen mit weniger Niederschlägen auskommen müssen.

Zudem werde sich "der Anblick unserer Wälder in diesem Jahrhundert deutlich verändern", so Kusch: Schädlinge wie Borkenkäfern oder Pilzen könnten häufiger werden und dafür sorgen, dass Waldbeseitzer etwa Fichten durch robustere Arten ersetzen und anfällig Monokulturen durch widerstandsfähigeren Mischwald ersetzt werden.

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Abendrot, schön Wetter Bote: 2009 reihte sich in die wärmsten je gemessenen Jahre ein.

"Wir müssen deshalb nach wie vor alle Kraft in die Verringerung der Treibhausgasemissionen stecken und uns heute schon auf die Folgen des Klimawandels einstellen", erklärte der Präsident des deutschen Wetterdienstes. Angesichts der Fakten bedauert Kusch, dass die  Kritik an einzelnen Aussagen des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC auch dazu genutzt werde, die nach wie vor zutreffende wissenschaftliche Gesamtschau des Klimawandels in Frage zu stellen. Kusch: "Jeder Fehler ist einer zu viel, muss korrigiert werden. Aber die Bilanz des letzten IPCC-Berichts gilt unverändert: Wir müssen handeln!"

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