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Rückschlag für Chevron in Ecuador

Ein Gericht in Ecuador bestätigt, dass der US-Konzern Chevron 18 Milliarden Entschädigung an Gemeinden in Ecuador zahlen muss. Der inzwischen mit Chevron fusionierte Konzern Texaco hatte von 1964 bis 1992 Öl im Amazonas-Regenwald gefördert und dabei - so die Vorwürfe - durch den Einsatz mangelhafter Technologien in großem Maßstab die Umwelt verseucht. Der Ölmulti will gegen das Urteil vorgehen - vor einem US-Gericht.

Von Hanno Böck 

Bereits im Februar vergangenen Jahres hatte ein Gericht in Ecuador Chevron in erster Instanz zu einer Strafzahlung von 9 Milliarden Dollar verurteilt. Der Betrag verdoppelte sich später, da das US-Unternehmen sich weigerte, die Schuld für die Umweltschäden anzuerkennen und sich, wie vom Gericht angeordnet, bei den betroffenen Gemeinden öffentlich zu entschuldigen. Nun bestätigte ein Berufungsgericht in Lago Agrio in der Provinz Sucumbios, dass Chevron 18 Milliarden Dollar Entschädigung - umgerechnet rund 14 Milliarden Euro - zahlen muss. Die Strafzahlung ist Ergebnis eines seit 1992 andauernden Rechsstreits um die Schäden der Ölförderung durch Texaco in den 70er und 80er Jahren. Das Unternehmen Texaco gibt es nicht mehr, es fusionierte 2001 mit Chevron.


Texaco-Ölfass neben spielenden Kindern - noch heute belastet die frühere Ölförderung die Bevölkerung. (Foto: theneweraofresponsibility.com)

Chevron wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärt in einer Stellungnahme: "Die heutige Entscheidung ist ein weiteres eklatantes Beispiel für die Politisierung und Korruption in Ecuadors Rechtssystem, die diesen betrügerischen Fall von Anfang an begleitet hat." Chevron geht davon aus, dass es als US-Unternehmen nicht an die Entscheidungen Ecuadorianischer Gerichte gebunden ist und hält die Forderungen für in den USA nicht durchsetzbar. Doch auch in den USA musste der Ölmulti zuletzt eine Schlappe einstecken. Ein New Yorker Berufungsgericht hatte im September die Strafzahlung durch Ecuadorianische Gerichte bestätigt. Dagegen ging Chevron in Berufung. 

Ecuadors Präsident Raffael Correa begrüßte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters die Entscheidung und erklärte, es handle sich um das wichtigste Urteil in der Geschichte des Landes. Chevron wirft Correa vor, politischen Einfluss auf die Gerichtsentscheidung genommen zu haben. Correa habe von Anfang seiner Präsidentschaft an eine Kampagne gegen Chevron gefahren und Richter unter Druck gesetzt. "Unter diesen traurigen Umständen wäre es nichts als professioneller Selbstmord für das Gericht in Lago Agrio, etwas anderes zu tun als gegen Chevron zu urteilen." Ob die politische Macht von Correa auch das Berufungsgericht in New York erfasst, ist von Chevron bislang nicht erläutert worden.


Demonstration in Ecuador gegen Chevron. (Foto: Amazon Watch)

1964 begann der Konzern Texaco mit der Ölförderung im Amazonas-Regenwald von Ecuador. Dabei sind nach Angaben von Umweltschützern und Einwohnern in großen Mengen Abwässer und Abfälle der Ölförderung nicht sachgerecht entsorgt worden und belasten die Region bis heute. Texaco habe dabei bewusst auf minderwertige Technologien gesetzt, um Kosten einzusparen. Etwa 1.000 Abwasserseen ließ der Konzern nach dem Ende der Ölförderung 1992 zurück.

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