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Auch Deutschland ist extrem

Das Frühjahr viel zu sommerlich, der Sommer viel zu verregnet, der Herbst viel zu trocken, und insgesamt zu hohe Temperaturen. Auch hierzulande häufen sich die Wetterextreme. Der klimaschutzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Frank Schwabe fordert, Klimaschutz endlich als zentrale politische Herausforderung anzunehmen.

Von Verena Kern

2011 war hierzulande eines der fünf wärmsten Jahre seit Beginn der deutschlandweiten Temperaturmessungen 1881, vermeldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) zum Jahreswechsel. Mit 9,6 Grad lag die Durchschnittstemperatur um rund 1,4 Grad über dem Mittelwert. Alle Monate waren zu warm, mit Ausnahme - ausgerechnet - des Monats Juli, der zu kühl ausfiel.


So sollte es sein, ist es aber nicht: Winterlandschaft, aus der Vergangenheit. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

Nicht zum ersten Mal fiel damit die Jahresdurchschnittstemperatur ungewöhnlich hoch aus. Insgesamt waren 14 der vergangenen 15 Jahre jeweils zu warm. Einzige Ausnahme war das kühle Jahr 2010, so Uwe Kirsche vom DWD in Offenbach. 

Laut Kirsche waren die "extremen Ausschläge" im vergangenen Jahr "auffällig". Eine wochenlange Hochdrucklage brachte im Frühjahr einen Sonnenscheinrekord und damit den zweithöchsten Temperaturdurchschnitt seit Beginn der flächendeckenden Messungen 1881, sowie den geringsten Niederschlag seit 1893. Der November brachte dann einen neuen Trockenheitsrekord, nachdem der Sommer zu verregnet war. 

Rekord auch bei der Sonnenscheindauer, die seit 1951 gemessen wird. Mit rund 1.824 Stunden liegt das Jahr 2011 auf Platz drei. Unterdurchschnittlich fiel hingegen die Niederschlagbilanz aus. Sie blieb mit durchschnittlich 718 Litern pro Quadratmeter neun Prozent unter dem Durchschnittswert von 789 Litern pro Quadratmeter.

Nach Ansicht des klimaschutzpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Frank Schwabe zeigen die aktuellen Zahlen des DWD erneut die Dringlichkeit einer "konsequenten Klimaschutzpolitik". Die "Veränderungen werden immer deutlicher, die Auswirkungen immer unumkehrbarer", sagte Schwabe. Das Thema Klimawandel müsse mehr in den Fokus der bundesdeutschen Politik gerückt werden, forderte der Bundestagsabgeordnete. "Das muss anders werden."


Vierzehn der letzten fünfzehn Jahre waren nach den Messungen des Deutschen Wetterdienstes zu warm. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

Deutschland brauche eine "ambitionierte Effizienzpolitik im Bereich von Gebäuden und Elektrogeräten", die Regierung müsse ihre "Blockade bei den Effizienzzielen der EU sofort beenden". Unabdingbar sei ein Klimaschutzgesetz, das "klare überprüfbare langfristige Ziele" habe. Deutschland müsse auch innerhalb der EU für eine solche Gesetzgebung kämpfen, die das 30-Prozent-Ziel verfolgt.

Unterdessen meldet der Deutsche Wetterdienst Wärmerekorde für Westdeutschland. Im nördlichen Rheinland-Pfalz kletterte das Thermometer am Neujahrstag auf 14,2 Grad - Rekord für die Region. 

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