Clean Development Mechanism (CDM)
Der Clean Development Mechanism – übersetzt "Mechanismus für saubere Entwicklung" – ist ein Instrument unter dem Dach des ---> Kyoto-Protokolls. Industriestaaten können damit Projekte zur Treibhausgasreduktion in Entwicklungsländern finanzieren und sich die Reduktion als eigene Reduktion gutschreiben lassen.
CDM soll dabei helfen, die Kosten zum Erreichen der vertraglich festgelegten Reduktionsziele möglichst niedrig zu halten. Investoren aus den Industriestaaten können damit Maßnahmen in Entwicklungsländern finanzieren und sogenannte CER-Zertifikate generieren, um eigene Klimaschäden auszugleichen, statt sie im eigenen Land vermeiden zu müssen. Ein Land, das im --> Anhang B des Kyoto-Protokolls aufgeführt ist, kann bei einem Land, welches dort nicht aufgeführt ist, certified emission reductions (CERs) einkaufen.
CDM-Projekte müssen beim UN-Klimasekretariat in Bonn angemeldet und genehmigt werden. Zwei Prozent des Investitionsvolumens muss in den ---> Anpassungsfonds des Kyoto-Protokolls abgeführt werden, zwei Prozent entstehen als Bearbeitungsgebühr und werden an das Klimasekretariat abgeführt.
Die Reduktionsleistung eines CDM-Projekts ist immer hypothetisch, da die tatsächlichen Emissionen des Projekts mit einem Referenzszenario (Baseline-Szenario) verglichen werden, das besagt, wie viele Emissionen ohne das Projekt ausgestoßen worden wären. Somit werden im CDM-Handel hypothetische Einsparungen gegen reale Emissionen gehandelt. Jedes CDM-Projekt, das überbewertet oder nicht additionell (zusätzliche Treibhausgase einsparend) ist – Schätzungen des WWF gehen von 20 Prozent aus –, bedeutet Mehremissionen.
Zudem bieten CDM-Projekte paradoxe Anreize. Um möglichst viele CERs verkaufen zu können, ist es vorteilhaft, wenn das Referenzszenario möglichst emissionsintensiv ist. Ein Staat, dessen Volkswirtschaft an CDM-Projekten verdient, ist deshalb unter Umständen motiviert, auf strengere Umweltvorschriften zu verzichten, da diese das Referenzszenario zu Ungunsten der CDM-Projekte verändern würden.
Ein weiteres Problem ist die teure Validierung und Registrierung als CDM-Projekt. Da dies nur für Projekte mit Einsparungen ab etwa 15.000 Tonnen CO2-Äquivalenten wirtschaftlich ist, dominieren nach UN-Angaben Großprojekte. Dies geht insgesamt zum Nachteil möglicher Nachhaltigkeitseffekte, die eher durch eine Vielzahl von Kleinprojekten bewirkt würden.
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