Tropischer Wirbelsturm

Hurrikane, Taifune, Zyklone – im Prinzip sind alle drei Wetterphänomene ein und dasselbe: tropische Wirbelstürme. Unterschiedlich ist ihr regional spezifisches Zustandekommen: Hurrikane entstehen hauptsächlich im nördlichen Atlantik und nordöstlichen Pazifik, Taifune im nordwestlichen Teil des Pazifiks. Und die --> Zyklone formieren sich vor allem über dem Indischen Ozean und dem südlichen Pazifik.

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Regionale Verteilung von Hurrikanen (1), Taifunen (2) und Zyklonen (3).
(Grafik:
San Jose/Pekachu/Wikimedia Commons)

Während sich das Zentrum ("Auge") des Sturmsystems nur mit maximal 30 Stundenkilometern bewegt, erreichen die Windgeschwindigkeit im rotierenden Kegel um dieses Zentrum teilweise über 300 Stundenkilometer – und entwickeln so eine enorme Zerstörungskraft.

Durch die Erderwärmung werden diese Wetterphänomene an Intensität zunehmen: Wasser ist ein fantastischer Energiespeicher – und mit zunehmendem Temperaturanstieg kommt immer mehr Wasser ins Spiel. Je wärmer der Ozean ist, desto mehr Wasser kann verdunsten. Andererseits steigt in der Luft mit zunehmender Temperatur physikalisch die Kapazität, Wasser aufzunehmen. Ergebnis: Je wärmer die Luft wird, desto mehr Energie in Form von Wasser speichert sie – die Wirbelstürme werden heftiger.

"Diese Zusammenhänge sind sehr wahrscheinlich, auch wenn Sie wissenschaftlich noch nicht ganz gesichert sind", sagt Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), einer der renommiertesten Experten für die Physik der Ozeane. Immerhin halte sie der --> Weltklimarat IPCC genauso für belegt wie der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU), der die Bundesregierung berät.

Im Jahr 2007 hat Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) 4.800 Wirbelstürme untersucht, die in den letzten 30 Jahren über verschiedenen Weltregionen wüteten. Sein Befund: In dieser Zeit haben sie etwa das Doppelte an Wucht erreicht. Verantwortlich seien die steigenden Temperaturen an der Wasseroberfläche tropischer Ozeane.

Die US-Wetterbehörde NOAA hat per Computer simuliert, welche Richtung die Entwicklung nimmt: Steigen die Kohlendioxidmengen in der Atmosphäre weiter so an, werden die Wirbelstürme 2080 eine halbe Stufe stärker auf der Hurrikan-Skala einzuordnen sein. Fünf Stufen existieren. Gemessen werden diese auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala, die Anfang der 1970er Jahre entwickelt wurde.

Wikipedia: Tropischer Wirbelsturm

Bildungsserver Klimawandel: Tropische Wirbelstürme und globale Erwärmung

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