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Kernschmelze

Wenn die Kühlung im Reaktor eines --> Atomkraftwerks ausfällt und Notkühlsysteme versagen, kann es zu einer Kernschmelze kommen.

Dabei überhitzen sich die Brennstäbe im Kern eines Atomkraftwerks stark, schmelzen zusammen und können dabei auch ineinanderlaufen. Im ungünstigsten Fall frisst sich das hochradioaktive Brennmaterial durch die Reaktorhüllen und gelangt so an die Luft und in das Grundwasser und gefährdet Mensch und Umwelt.

Die neuesten Reaktortypen im asiatischen Raum sowie der französische Druckwasserreaktor EPR in Flamanville in der Normandie sollen für den Fall, dass der Reaktorkern in den Boden absinkt, unter dem Atomkraftwerk einen Auffangbehälter erhalten. Die meisten aktiven Kraftwerke haben kein solches Becken, weder der havarierte Reaktor Fukushima Daiichi 1 noch die deutschen AKW.

Bei der Kernschmelze kann das Brennmaterial im Druckbehälter gefangen bleiben – wie beispielsweise 1979 in Harrisburg in den USA. Es kann aber auch zu einer Explosion des Druckbehälters kommen. Dann würde das radioaktive Material ungehindert in die Atmosphäre gelangen.

In Tschernobyl 1986 und in Fukushima 2011 führte jeweils eine totale Kernschmelze zu einer Knallgasexplosion im Innern des Reaktorkerns. Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse --> INES wurden die beiden Katastrophen als die bisher schwersten atomaren Unfälle gewertet – Stufe 7. 

Wikipedia: Kernschmelze

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