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DESERTEC

"Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht", sagte der deutsche Physiker Gerhard Knies. Knies war Mitbegründer der Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation – abgekürzt --> TREC. Aus der Idee wurde später ein Konsortium: DESERTEC mit Sitz in München. Der Name leitet sich von den englischen Worten desert (Wüste) und technology (Technologie) ab. Es ging darum, in Nordafrika und dem Nahen Osten solarthermisch Strom zu erzeugen und zu den Verbrauchszentren der Region und nach Europa zu übertragen.

Technologisch bewerkstelligen sollten das zum Beispiel solarthermische oder Parabolrinnen-Kraftwerke. Letztere nutzen Spiegel, um Sonnenlicht zu bündeln, in Wärmeenergie zu verwandeln und damit eine Turbine zur Stromerzeugung anzutreiben. Die Technologie wurde bereits in Spanien getestet. Ab 2020 wollte Desertec nach den ursprünglichen Planungen Strom nach Europa liefern. Der Großteil der erzeugten elektrischen Energie sollte aber in den afrikanischen Staaten selbst verbraucht werden.

Ein solches Wüstenstromkonzept ist extrem kapitalintensiv. Hinter Desertec standen zunächst Unternehmen wie die Münchener Rückversicherung, die Deutsche Bank, die HSH Nordbank, der Energietechnik-Konzern ABB sowie die Stromkonzerne RWE und Eon. Kritiker warnten vor politischen Abhängigkeiten und mangelnder Stabilität sowie vor neuen zentralistischen Strukturen und Monopolen. 

Nachdem schon große Investoren wie die deutschen Konzerne Siemens und Bosch ausgestiegen waren, trennte sich die gemeinnützige Desertec Foundation 2013 von den gemeinsamen Projekten. 2014 wurde die Planungsgesellschaft Desertec Industrial Initiative (Dii) in ihrer bisherigen Form aufgelöst, nachdem die wichstigsten verbliebenen Gesellschafter abgesprungen waren.

Wikipedia: Desertec

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