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E 10, Ethanol, "Agro-Benzin"

E 10 ist ein Anfang 2011 in Deutschland eingeführter Kraftstoff für Benzinfahrzeuge. E steht für Ethanol, die 10 bedeutet, dass der Anteil von Agro-Ethanol im Kraftstoff bei zehn Prozent liegt. Zuvor wurden den Otto-Kraftstoffen nur fünf Prozent beigemischt. Um den Treibhausgas-Ausstoß auch im Verkehr zu senken, schreibt die EU-Richtlinie 2009/30/EG allen Mitgliedsstaaten vor, Ottokraftstoff mit zehn Volumenprozent E 10 anzubieten. Rund 90 Prozent aller Pkw auf deutschen Straßen können E 10 problemlos tanken.

Ethanol – chemisch C2H6O – wird auch als Ethylalkohol, Kartoffelsprit, Spiritus oder Weingeist bezeichnet. Die bislang verbreiteste Anwendung von Ethanol ist Trinkalkohol. Hergestellt wird der Agro-Treibstoff durch Fermentation – alkoholische Gärung – aus Zucker (Glukose) mithilfe von Mikroorganismen. Ausgangsstoffe sind etwa Weizen, Roggen, Zuckerrüben oder Zuckerrohr. 

Bereits in der Weimarer Republik gab es ab 1925 einen Kraftstoff, dem etwa 25 Prozent Kartoffelsprit zum Benzin beigemischt worden war – Handelsname "Monopolin". Führend beim Einsatz von Ethanol ist heute Brasilien.

Während die Befürworter von Ethanol-Treibstoff argumentieren, er sei eine stabile Einnahmequelle für die Bauern, verringere die Erdölabhängigkeit und sei klimafreundlich, bezweifeln die Kritiker, dass in der Gesamtbilanz überhaupt Treibhausgase eingespart werden. Außerdem zerstöre die Agrospritindustrie die Biodiversität und die Sozialstrukturen in vielen Ländern und sorge für steigende Lebensmittelpreise und Ernährungs-Unsicherheit.

Sowohl die Rohstoffe zur Herstellung des Agro-Benzins als auch nach Deutschland importiertes Agro-Benzin müssen zwar ein Nachhaltigkeits-Zertifikat nachweisen. Die Wirksamkeit ist aber umstritten, vor allem wegen der indirekten Landnutzungsänderungen (--> ILUC).

Wikipedia: E 10 (Kraftstoff)

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http://www.zeit.de/2012/35/Oekologie-Biosprit-Lobby-Subvention/komplettansicht

[Erklärung]  

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