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Hochtemperaturseile

Wenn Strom durch Metall fließt, erwärmt er dieses Metall. Konventionelle Stromleitungen bestehen im Kern aus einem Stahlseil, dass mit Aluminiumdrähten umwickelt ist. Durch diese Aluminiumdrähte fließt der Strom. Die Strommenge, die durch diesen Leitungskomplex fließt, bestimmt, wie stark sich die Leitung erwärmt: viel Strom bedeutet hohe Temperatur, wenig Strom wenig.

Metall, das sich erwärmt, dehnt sich physikalisch aus. Um den Sicherheitsabstand der Leitungen zur Umgebung nicht zu gefährden, dürfen sich deshalb Stromleitungen nur bis zu einer bestimmten Temperatur erwärmen und in Folge dessen ausdehnen. Das bedeutet: Eine bestimmte Strommenge respektive Temperatur bestimmt technisch die Leitung.

Die Idee von Hochtemperaturseilen ist, statt auf einen Stahlkern eine so genannte "Spezialseele" einzusetzen, um die die Strom leitenden Aluminiumkabel gewickelt werden. Keramische Werkstoffe etwa können sich bis 250 Grad Celsius erwärmen, ohne sich ähnlich deutlich auszudehnen wie die "Stahlseele".

Das bedeutet: Über ein Hochtemperaturseil könnte man die doppelte oder dreifache Menge Strom transportieren, wie über ein konventionelles. Im Labor gelang es Ingenieuren bereits Strom mit einer Stärke von 800 Ampere zu übertragen. Konventionelle Leitungen übertragen gerade einmal 200 bis 300 Ampere starken Strom. 

Kritiker behaupten allerdings, dass das wabenmaschige Stromnetz-System mit Hochtemperaturseilen nicht funktionieren kann: Alle Teile des Stromübertragungsnetzes müssten dann auf hohe Temperaturen ausgelegt werden, also auch Transformatoren und andere Leitungselemente.

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[Erklärung]  

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