Atomkraft

Weltweit gibt es 434 Atomreaktoren in 30 Ländern, das sind 17 Reaktoren weniger als 1997. Die installierte Gesamtleistung summiert sich auf 371.000 Megawatt (Stand 2013) – das sind rund 15 Prozent des weltweit produzierten Stroms. Zum Vergleich: Erneuerbare Quellen decken heute schon rund 20 Prozent des Weltstrombedarfs.

Das Land mit dem größten Atomstrom-Anteil ist Frankreich – 78 Prozent des dort verbrauchten Stroms wurden 2011 aus der Kernspaltung gewonnen. 

In Deutschland erzeugten die noch verbliebenen neun Atomkraftwerke im Jahr 2013 rund 92 Milliarden Kilowattstunden. Das waren rund 45 Prozent weniger als im Jahr 2010. An der gesamten inländischen Stromerzeugung hatte die Atomenergie damit einen Anteil von 15 Prozent.

Wie die Katastrophen in Fukushima und in weiteren AKWs gezeigt haben, ist Atomenergie extrem riskant. Unter fairen marktwirtschaftlichen Bedingungen ist Atomkraft sehr teuer, wenn alle Kosten für Urangewinnung, Versicherung, Rückbau und Atommüll-Entsorgung einkalkuliert werden.

Anders als teilweise behauptet ist Atomstrom auch nicht kohlendioxidfrei, denn zur Produktion und Entsorgung der Brennstäbe muss herkömmliche Energie eingesetzt werden. Rechnet man deren Kohlendioxid-Anteil hinzu, kommen mindestens 31 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde zustande. Eine Studie der britischen Oxford Research Group kam sogar auf Kohlendioxidwerte von 84 bis 122 Gramm pro Kilowattstunde Atomstrom. Dieser Wert steigt eher noch weiter an, weil der Uranbergbau immer weniger ergiebige Erzlagerstätten erschließen und mit noch größerem Energieaufwand ausbeuten muss. 

Zum Vergleich: Windstrom schlägt mit etwa 23 Gramm, Strom aus Steinkohle mit knapp 1.000 Gramm CO2 je Kilowattstunde zu Buche.

Wikipedia: Kernenergie

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