Grundlast, Grundlastkraftwerk

Grundlast bezeichnet die erzeugte Strommenge, die im Tagesverlauf nie unterschritten wird. Die Kraftwerke, die diese Strommenge produzieren und an das Stromnetz liefern, nennt man Grundlastkraftwerke; sie laufen praktisch rund um die Uhr. In Deutschland sind das meist Atomkraftwerke, Braunkohlekraftwerke und Laufwasserkraftwerke.

Die Grundlast entsteht hauptsächlich durch die Verbraucher, die im Tagesverlauf ständig angeschaltet sind. Im privaten Haushalt sind das zum Beispiel Kühlschränke, Standby-Geräte oder Uhren. Viele Fabriken laufen 24 Stunden am Tag und verbrauchen permanent Strom, ebenso die Bahn. Die Grundlast in Deutschland beträgt etwa 45 Gigawatt.

Im Tagesverlauf kommt es regelmäßig zu erhöhter Stromnachfrage. Morgens und abends ist der Stromverbrauch immer höher als die Grundlast und mittags gibt es regelmäßig die sogenannte "Kochspitze". Man spricht dann von Mittellast und --> Spitzenlast. Zusammengerechnet ergeben sie die Gesamtmenge des --> Stromverbrauchs, der in Deutschland bei 600 Milliarden Kilowattstunden jährlich liegt.

Grundlastkraftwerke sind träge und darauf ausgelegt konstant Strom zu produzieren. Da sie teils mehrere Tage benötigen, um wieder vollständig hochzufahren, vermeidet man es möglichst, sie abzuschalten. So kommt es vor, dass Energiekonzerne nachts künstliche Verbraucher wie --> Pumpspeicherkraftwerke nutzen, um überschüssigen Strom loszuwerden.

In der Diskussion um die Zukunft der Stromproduktion wird oft behauptet, dass die erneuerbaren Energien nicht zuverlässig den Grundlastbedarf decken könnten und zu teuer seien. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass die Erneuerbaren in naher Zukunft in der Lage sein werden, die Stromversorgung fast ausschließlich zu übernehmen. Eine wichtige Aufgabe der Energieversorger und der Politik ist es, Stromnetze und Kraftwerke an die größer werdenden Anteile der erneuerbaren Energien anzupassen. Die starken Schwankungen der Solar- und Windenergie machen flexibel einsetzbare, dezentrale Kraftwerke notwendig, die genau darauf reagieren können, etwa --> GuD-Kraftwerke. Außerdem müssen Speicher entwickelt und ausgebaut werden, die die insgesamt üppig vorhandenen erneuerbaren Energien bei Nachfrageflaute aufnehmen können. Eine weitere Möglichkeit sind --> intelligente Netze (Smart Grids).

"Die Einsatzmöglichkeiten von Grundlastkraftwerken werden bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien eingeschränkt, stattdessen werden schnell startende Kraftwerke und Regelenergie benötigt", schrieb der Sachverständigenrat für Umweltfragen bereits 2009.

Energie-Lexikon: Grundlast

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Grund­last­kraft­werke

Zurück zum Lexikon >>

[Erklärung]  
Anzeige

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen