Ad-Hoc-Working Group Kyoto Protocol (AWG-KP)

Klimaverhandlungen im UN-Rahmen fanden bis 2011 in zwei Arbeitsgruppen statt: der Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol (AWG-KP) und der --> Ad Hoc Working Group on Long-term Cooperative Action (AWG-LCA), in der Nicht-Kyoto-Industriestaaten und Entwicklungsländer verhandelten.

Die Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol (Deutsch: Ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Vereinbarung zukünftiger Verpflichtungen unter dem Kyoto-Protokoll) wurde im Dezember 2005 in Montreal ins Leben gerufen, um die Verpflichtungen der Mitglieder entsprechend dem Kyoto-Protokoll auszuhandeln. Sie hatte 187 Mitglieder, darunter China, nicht aber die USA. Letztere nahmen  im Rahmen der Arbeitsgruppe unter der --> Klimarahmenkonvention an dem Gipfel teil. Seit 2008 sind die Kyoto-Länder verpflichtet, ihre Emissionen zu reduzieren – um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber 1990. Spätestens beim Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009 sollten eigentlich die Verpflichtungen für den Zeitraum ab 2013 vereinbart werden.

Im Rahmen des Kyoto-Protokolls werden lediglich die Verpflichtungszeiträume immer wieder neu verhandelt – alle anderen Teile des Vertrages bleiben in Kraft. Ziel der Verhandlungen beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen war also lediglich eine Novelle des 1997 verabschiedeten Vertrages. In Kopenhagen wurde jedoch nach und nach klar, dass verschiedene Industriestaaten (wie die EU oder die --> Umbrella Group) nicht auf der Basis des Kyoto-Protokolls weiterverhandeln wollten, sondern für ein einheitliches, universelles Klimaabkommen plädierten. Dies wurde von den Entwicklungsländern abgelehnt, die (höhere) Reduktionsziele für sich und verwässerte Ziele für die Industriestaaten befürchteten.

Die AWG-KP beschäftigte sich in Kopenhagen unter anderem mit --> Carbon Capture and Storage (CCS) – die Technologie wurde als Möglichkeit zur Reduzierung von Treibhausgasen gesehen, aufgrund von Sicherheitsbedenken wurde das Thema jedoch zur weiteren Untersuchung an das Nebenorgan für wissenschaftliche und technische Beratung (SBSTA) der --> UNFCCC verwiesen. Des Weiteren wurden ein Ausbau und eine Standardisierung von --> Clean-Development-Mechanism-Projekten diskutiert. Da in Kopenhagen keine Einigung auf verbindliche Reduktionsziele für den Zeitraum ab 2012 erzielt werden konnte, wurde das Mandat der Gruppe verlängert.

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