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Lachgas

Distickstoffmonoxid (N2O), auch Lachgas genannt, ist das drittwichtigste --> Treibhausgas und wird für 6 Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Die Klimawirkung des Gases ist immens: pro Molekül schlägt es rund 300 Mal so stark wie --> Kohlendioxid und 12 Mal stärker als --> Methan zu Buche. Insofern entsprechen die jährlichen weltweiten Emissionen des Gases einem --> Kohlendioxidäquivalent von etwa 3 bis 4 Milliarden Tonnen. Wie auch Kohlendioxid und Methan reflektieren Lachgasmoleküle die Wärmerückstrahlung der Erdoberfläche und halten sie davon ab, ins Weltall zu entweichen. Die Wärme wird wieder in Richtung Erde abgegeben.

Lachgas entsteht bei anthropogenen und natürlichen Prozessen. Die genaue Entstehung ist bislang noch wenig erforscht. Bekannt ist, dass Lachgas besonders aus schweren, überdüngten und feuchten Böden freigesetzt wird, aber auch in Verbrennungs- und Kläranlagen entsteht. Schätzungen des Weltklimarates --> IPCC zufolge emittiert die Landwirtschaft etwa 60 Prozent des Gases, vor allem durch den hohen Einsatzes von Stickstoffdünger, in Deutschland sind es laut Umweltbundesamt sogar 77 Prozent. Allein von deutschen Äckern mit ihrem hohen Eintrag an stickstoffhaltigem Kunstdünger wurden im Jahr 2004 rund 74.000 Tonnen Lachgas emittiert, das sind 23 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent.

Studien weisen darauf hin, dass das Treibhausgas in großen Mengen aus subarktischen Böden entweicht, die nicht permanent gefroren sind. Durch das Abweiden der dortigen Steppen lasse sich aber der Lachgasausstoß halbieren.

Gewaltige Mengen des Gases könnten bei einem großflächigen Abtauen der Permafrostböden durch die Erderwärmung entweichen. Aber auch Wasserinsekten, Muscheln und Schnecken emittieren Lachgas – je verschmutzter ihr Lebensraum, desto mehr.

Lachgas ist nicht nur klimawirksam, es schädigt auch die Ozonschicht. Zwar ist das Ozonloch nach dem Montreal-Protokoll und der internationalen Eindämmung von --> FCKW Ende der 1980er Jahre zurückgegangen, doch die steigenden Lachgaskonzentrationen – momentan nimmt der Ausstoß jedes Jahr um ein Viertelprozent zu – könnten sich hier schon bald als neue Gefahr erweisen. Distickstoffmonoxid ist schon im --> Kyoto-Protokoll als Klimabedrohung erfasst worden, wird jedoch unter den Treibhausgasen trotz seiner hohen Klimawirksamkeit oft als das "vergessene Gas" bezeichnet.

Bildungsserver Klimawandel: Lachgas

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