Bali Roadmap, Bali-Aktionsplan

Die Bali Roadmap, zu Deutsch der Fahrplan von Bali, diente als Wegweiser für die Verhandlungen über das klimapolitische Regime, das ab 2012 auf das --> Kyoto-Protokoll folgen sollte. Sie entstand als Schlussdokument der 13. UN-Klimakonferenz (COP 13), die vom 13. bis 15. Dezember 2007 in Nusa Dua auf der indonesischen Insel Bali stattfand. Der verbindliche Vertrag dazu sollte binnen zwei Jahren fertig sein und eigentlich schon auf dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen zu einem neuen Klimaabkommen führen, wurde aber erst auf dem Klimagipfel 2015 in Paris beschlossen.

Vier Handlungsbereiche wurden von den Teilnehmern der Klimakonferenz auf Bali festgestellt:

1. Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen: Das betrifft alle Länder einschließlich der USA und der Schwellenländer. Die Industrieländer müssen ihre Pflichten aus dem --> Kyoto-Protokoll erfüllen. Durch den --> REDD-Mechanismus sollen die Rodungen von Regenwäldern weltweit drastisch reduziert werden.

2. Anpassung an den Klimawandel: Besonders die am wenigsten entwickelten Länder (--> Least Developed Countries, LCDs) und von steigendem Meeresspiegel betroffene Länder und Inseln müssen bei ihren Risikominderungs- und Katastrophenschutzstrategien unterstützt werden.

3. Technologietransfer: Klimafreundliche Technologien müssen allen Ländern verfügbar gemacht werden; politische oder wirtschaftliche Hindernisse dazu müssen beseitigt werden.

4. Finanzierung: Entwicklungsländer müssen bei ihrem Kampf gegen den Klimawandel finanziell unterstützt werden (--> Klimafinanzierung). Durch Systeme wie den --> Clean Development Mechanism (CDM) sollen Anreize für alle Länder geschaffen werden, ihre Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Auch das 2005 in der EU eingeführte --> Emissionshandelsystem funktioniert nach ähnlichen Prinzipien. Auch die Privatwirtschaft muss in den Prozess einbezogen werden.

Innerhalb des Bali-Aktionsplans, der Teil der Roadmap ist, wurden für das Jahr 2008 vier weitere Tagungen vorgesehen. Die Verhandlungen der COP 13 gestalteten sich teilweise schwierig und drohten noch kurz vor Schluss zu scheitern – letztlich konnte aber unter Einbeziehung auch der Vereinigten Staaten eine Einigung erzielt werden. Mehr als 10.000 Teilnehmer aus über 180 Ländern waren während der Verhandlungen auf Bali vor Ort. Gastgeber war die Regierung Indonesiens.

Bali-Aktionsplan: Der Beschlusstext der Verhandlungen

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