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Smart Grid, Smart Meter

Ein Smart Grid (englisch: "intelligentes Netz") ist ein elektrisches Netz zur intelligenten Integration aller Nutzer mit dem Ziel der effizienten Energieversorgung.

Das Grundproblem ist, dass Strom ohne Umwandlung in andere Energieformen nicht speicherbar ist. Angebot und Nachfrage müssen sich immer die Waage halten.

Früher waren Stromnetze zentralistisch geprägt. Ein großes Kraftwerk versorgte die Nutzer in der Umgebung. Stromangebot und -nachfrage waren recht gut vorhersehbar.

Seitdem die Stromnetze zusammengewachsen sind und vor allem dadurch, dass mehr und mehr Strom aus Wind und Sonne produziert wird, schwankt die Angebotsseite viel mehr. Bisher konnte das durch zuschaltbare Gas- und Pumpspeicherkraftwerke abgefedert werden, die relativ schnell angefahren werden können, um Ersatz für die Windflaute oder den wolkenverhangenen Himmel liefern zu können.

Auch auf der Nachfrageseite ist es außerdem seit Jahrzehnten üblich, dass Großverbraucher, etwa die Zementindustrie, kurzfristig ihren Strombedarf zurückschrauben, um das Netz im Gleichgewicht zu halten.

Doch der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet weiter voran. Deshalb sollen künftig alle Verbraucher mit den Stromanbietern kommunizieren.

Der Schlüssel dazu sind sogenannte Smart Meter (englisch: "intelligente Messgeräte") in jedem Haushalt. Die Vision für ein funktionierendes Smart Grid ist, dass diese Smart Meter größere Geräte im Haushalte bis zu einem bestimmten Grad mitsteuern, sodass eine Waschmaschine und der Geschirrspüler sich erst dann einschalten, wenn genügend Strom im Netz ist.

In Deutschland ist es eigentlich kein Problem, genug Strom im Netz zu haben. Es geht darum, nur dann viel zu verbrauchen, wenn genügend erneuerbare Energien auf der Angebotsseite beteiligt sind.

Smart Grids sollen also nicht unbedingt Energie sparen, aber sie besser verteilen. Das Schlüsselwort hier ist --> Lastverteilung: Durch die Kommunikation zwischen Erzeugern und Verbrauchern möchte man sogenannte Lastspitzen einebnen und Lasttäler auffüllen.

Am Ende können Geld und Kohlendioxid eingespart werden, da zum Beispiel weniger Gaskraftwerke bereitstehen müssen, um Lastspitzen bedienen zu können. Anders herum müssten keine Windräder mehr gestoppt ("abgeregelt") werden, wenn der Verbrauch wieder zu niedrig ist, um die Leistung im Netz zu verteilen.

Doch so weit sind Smart Grids noch nicht. Es laufen jedoch Pilotprojekte. So führte der Energiekonzern EWE in Oldenburg einen Test in 400 Haushalten durch. Ein Ergebnis: Verringert der Energieversorger den Strompreis in den Zeiten schwacher Nachfrage, sind die Stromkunden durchaus bereit, zum Beispiel ihre Waschmaschine nur in diesen Zeiten zu benutzen.

Ein Problem, das noch nicht geklärt ist, betrifft den Datenschutz: Die Stromkonzerne sollen nur die technisch nötigen Informationen bekommen, keine zusätzlichen Angaben über den Stromverbrauch und das Nutzerverhalten jedes Einzelnen.

Wikipedia: Intelligentes Stromnetz

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