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IPCC

Intergovernmental Panel on Climate Change 

Übersetzt: Zwischenstaatlicher Ausschuss für den Klimawandel.

Internationales Wissenschaftlergremium mit Sitz in Genf, das die Aufgabe hat, den Kenntnisstand der internationalen Klimaforschung zusammenzutragen und dem Verhandlungsprozess zur Verfügung zu stellen. 2007 wurde in drei Schritten der vierte umfassende Bericht erstellt, an dem rund 2.500 Autoren mitgewirkt haben. Aufgrund dessen, dass die meisten Staaten Mitglied im IPCC sind, haben die Regierungen ein Mitspracherecht bei der Formulierung der Berichte. Auf der einen Seite macht das den Editionsprozess zäh und verschafft konservativen Staaten die Möglichkeit zu intervenieren, wenn es ihnen zu kritisch wird. Auf der anderen Seite verleiht dieses Verfahren den trotz allem eindringlichen Warnungen des IPCC besonderes Gewicht und zwingt zu äußerster wissenschaftlicher Sorgfalt. 

1990 erscheint der erste Bericht, der das Problem des Treibhauseffektes erstmals benennt. 

Der Umweltgipfel der UN 1992 von Rio de Janeiro beschließt auf der Grundlage des IPCC-Berichtes eine globale --->Klimarahmenkonvention, die 1994 in Kraft tritt. Dieser erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als ernstes Problem bezeichnet, bildet den Rahmen für die Klimaschutzverhandlungen, die ab 1995 jährlich mit Weltklimagipfeln stattfinden. 

1995: Der zweite IPCC-Bericht erscheint. Nach diesem steigen die Temperaturen bis Ende des 21. Jahrhunderts um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius im weltweiten Durchschnitt. "Die Bilanz der Hinweise legt einen erkennbaren menschlichen Einfluss auf das weltweite Klima nahe. 

Bei der dritten UN-Klimakonferenz 1995 in Kyoto werden erstmals rechtlich verbindliche Ziele für die Emissionshöchstmengen der Industrieländer im "Kyoto-Protokoll" festgelegt. Die Verhandlungen, wie das Protokoll funktionieren soll, ziehen sich vier Jahre hin. 

2001: Der dritte IPCC Bericht erscheint mit der Prognose: Die Temperaturen werden um 2 bis 4,5 Grad Celsius steigen. 

Im marokkanischen Marrakesch gelingt es 2001 endlich, das Kyoto-Protokoll auszugestalten. Vom "Clean-Cevelopment Mechanism" (Industriestaaten oder hiesige Unternehmen bezahlen für Umweltprojekte in Entwicklungsländern und können den Klimanutzen für sich selbst anrechnen lassen) bis zur Berechnung der Klimawirkung von Wald - jetzt ist klar, auf welche Weise die Industriestaaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 im Vergleich zu 1990 um 5,2 Prozent zu senken haben. Das Protokoll ist unterschriftsreif. 

2004: Die erste Weltkonferenz für erneuerbare Energien in Bonn versucht, wirtschaftliche Impulse für den Klimaschutz zu kreieren - ohne durchschlagenden Erfolg. Im selben Jahr ratifiziert die russische Duma in Moskau nach zähen Verhandlungsjahren das Kyoto-Protokoll. Damit haben so viele Länder unterschrieben, wie laut Vertrag notwendig sind - am 16. Februar 2005 tritt es endlich in Kraft. Die Parlamente der USA und Australiens lehnen den Vertrag ab.

2005: Auf der jährlichen Klimakonferenz, diesmal in Montreal, wird verhandelt, wie man für die Zeit nach Ablauf des Kyoto-Protokolls 2012 verhandeln soll. Aber auch die 12. Weltklimakonferenz 2006 in Nairobi bringt keine Fortschritte in dieser Frage. 

Am 2. Februar 2007 stellte der IPCC in Paris seinen vierten Bericht über die Folgen des Klimawandels vor. Der Kernsatz: "Die Erwärmung des klimatischen Systems ist unzweifelhaft." Und: Sie ist "das Resultat menschlicher Aktivitäten seit 1750". Das wird heute kein seriöser Wissenschaftler mehr infrage stellen (Lobbyisten und Verschwörungstheoretiker tun es trotzdem), aber natürlich sind weiterhin eine Reihe von Detailfragen offen.

Am 6. April veröffentlichten die IPCC-Experten in Brüssel den zweiten Teil ihres "4. Sachstandsberichtes", der sich sich auf die regionalen Folgen des Klimawandels konzentrierte, unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Wasservorkommen. Am 4. Mai erschien der dritte Teil, der Handlungsoptionen für die Politik aufzeigte. 

Im Oktober erhielt der IPCC (zusammen mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore) den Friedensnobelpreis. 
Alle Berichte des IPCC gibt es kostenlos (und in mehreren Sprachen) auf der Internetseite www.ipcc.ch

Die wichigsten Auszüge auf Deutsch - ergänzt um analysierende und kommentierende Aufsätze - sind seit kurzem in einer Taschenbuchausgabe  bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Hier direkt bestellen

Eine Reportage aus der taz zur Entstehung des jüngsten Reports finden Sie hier

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