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Backloading

Das Backloading ist ein außerordentliches Verfahren im Rahmen des
--> Europäischen Emissionshandels. Es soll den enormen Überschuss an Emissions-Zertifikaten, der sich in den letzten Jahren angesammelt hat, abbauen helfen. Ende 2013 betrug der Überschuss 2,1 Milliarden Zertifikate, was maßgeblich zum Preisverfall bei den Emissionspapieren führte.

Beim Backloading wird die Versteigerung eines Teils der jährlichen Zertifikatsmenge verschoben. Das erste Mal fand dies im Jahr 2014 statt. Die europaweite Versteigerungsmenge an Zertifikaten wurde um insgesamt 400 Millionen Stück verringert. Für 2015 war eine Reduktion der Ausgabemenge um 300 Millionen Stück und für 2016 um 200 Millionen Stück geplant. Die zurückgehaltenen 900 Millionen Zertifikate sollten in zwei Schritten 2019 und 2020 wieder zurück auf den Markt kommen. Laut dem Gesetzesvorschlag der EU-Kommission vom Sommer 2015 sollen aber sowohl die 900 Millionen als auch weitere 500 Millionen Zertifikate in die --> Markstabilitätsreserve wandern, die ab 2019 das Backloading ersetzen soll. Von dort fließen sie nur bei geringem Angebot wieder in den Markt zurück.

Obwohl das Backloading im EU-Parlament nur gegen starke Widerstände vor allem bei der christdemokratischen und der liberalen Fraktion durchgesetzt werden konnte, ist seine Wirkung umstritten. Bisher hat sich der Emissionshandel nur wenig erholt. Experten gehen davon aus, dass nur ein deutlich höherer Zertifikatspreis ausreichende Klimaschutzmaßnahmen anregen kann.

EU-Kommission: Backloading

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