Ölwechsel – viel Geld für wenig Öl

von Franz Alt,
Buchautor und Fernsehmoderator
Der aktuelle Benzin-Preis von 1,60 Euro ist noch lange nicht das Ende der Preisspirale. Benzinpreise von drei bis fünf Euro werden kommen - nicht nur wegen der aktuellen politischen Krise im ganzen arabischen Raum. Selbst wenn ab sofort in ganz Nordafrika demokratische Verhältnisse entstünden, müsste der Ölpreis weiter steigen, denn der Stoff, an dem die Industriestaaten hängen wie ein Junkie an der Nadel, geht zu Ende.
Selbst die konservative Weltenergie-Agentur in Paris hat festgestellt, dass der weltweite Höhepunkt der Ölförderung überschritten ist. Jetzt geht die Ölförderung zurück, aber die Nachfrage steigt – China, Indien, Brasilien, Südafrika, Indonesien! Das aber heißt: Öl und Benzin werden noch viel teurer als heute. Es gibt nie mehr billiges Benzin. Der Stoff geht absehbar zu Ende und die Panik am Ölmarkt treibt die Preise zusätzlich in die Höhe.
Aber wie diskutieren die Ökonomen und der "Rat der Weisen" der Bundesregierung diese existentiellen Probleme unseres Landes? Sie schießen auf die Erneuerbaren Energien und rufen unisono "zu teuer". Der entscheidende ökonomische Vorteil der Ökoenergien wird noch immer ignoriert: Sonne, Wind, Wasserkraft und Erdwärme schicken uns keine Rechnung. Die Rohstoffe für die Versorgung mit erneuerbarer Energie gibt es umsonst – außer der Biomasse. Sonne und Wind sind kostenlose Geschenke des Himmels.
Die intelligenteste Antwort auf die Herausforderung des Klimawandels und auf die steigenden Preise der alten Energien heißt: So rasch wie möglich und zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umsteigen. Das ist – nach Hermann Scheer – der "energethische Imperativ" unserer Zeit. Der große Lärm um das bisschen Öl lohnt gar nicht. Allein die Sonne schickt uns jede Sekunde 15.000 mal mehr Energie als zurzeit alle Menschen verbrauchen.
Die Natur kennt keine Energiekrise. Wir brauchen lediglich einen Ölwechsel – so rasch wie möglich.
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